Waalwege bei Meran

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Algunder Waalweg. Neben dem breiten Weg sieht man rechts den Waal, der in einem Kanal verläuft. Links wird der Weg von einem Holzzaun begleitet, der noch ziemlich neu aussieht. Links und rechts vom Waalweg stehen Bäume und Büsche, die jetzt im Frühling in sattem grün leuchten. Im Hintergrund sieht man noch ein paar bewaldete Hügel jenseits des Etschtals. Der Himmel ist blau und es hat Schleierwolken.
Waalweg bei Meran – Unterwegs am Algunder Waalweg

Wandern auf Waalwegen

Auf einem Waalweg zu wandern ist etwas ganz Wunderbares. Das Gehen neben dem Wasser hat schon fast etwas Meditatives, das Plätschern des Waals beruhigt und entspannt zugleich. Besonders schön sind für mich die Momente, wenn das Licht der tief stehenden Sonne auf den Waalweg fällt …

Waalwege sind vielleicht keine »echten« Bergwanderungen. Es gibt aber auch immer wieder Tage, an denen man es gerne etwas ruhiger angehen lässt. Für mich sind Waalwege nicht nur eine Entspannung, sondern auch eine willkommene Abwechslung. Zwischen anstrengenden Gipfeltouren sind sie die perfekten »Ruhetage« oder auch als Alternative für Tage mit eher zweifelhaftem Wetter.

Waalwege in Südtirol findet man vor allem im Vinschgau. Es gibt aber auch einige Waalwege bei Meran. Diese sind sehr beliebt und werden äußerst viel begangen. Vielleicht sucht ihr Hintergrundinformationen über Waalwege? Diese findet ihr im Beitrag Waalwege in Südtirol.

In diesem Beitrag stelle ich euch drei besonders schöne Waalwege bei Meran vor:

  • Marlinger Waalweg
  • Algunder Waalweg
  • Partschinser Waalweg

In diesem Beitrag verzichte ich auf exakte Wanderzeiten. Gerade beim Marlinger Waalweg und beim Algunder Waalweg sind die Kombinations- und Verlängerungsmöglichkeiten sehr vielseitig. Auf diesen Wegen könnt ihr eure Wanderung je nach Lust und Laune an verschiedenen Stellen unterbrechen oder weitere Teilstücke anhängen. Mit den Öffis könnt ihr problemlos wieder nach Meran oder einem anderen Ausgangspunkt zurück. Mehr zu den Öffis in Südtirol im Beitrag Bergwandern in Südtirol.

Vor knapp 20 Jahren machte ich mit einem Freund an einem Tag die folgende Waalwanderung: Lana – Tschermser Waalweg – Marlinger Waalweg – Marling – Meran – Tappeinerweg – Algunder Waalweg – Töllbrücke – Marlinger Waalweg – Tschermser Waalweg – Lana. Eine kleine »Waalwege-Monstertour«. Das Wetter dafür war perfekt: stark bewölkt und nicht besonders warm.

Die Waalwege in diesem Beitrag sind wie auch die anderen Waalwege bei Meran sehr beliebt. Besonders der Marlinger und der Algunder Waalweg sind nicht selten überlaufen. Wenn möglich, würde ich euch empfehlen, sie außerhalb der Ferienzeiten zu begehen. Wenn das nicht geht, dann besser morgens bis 10 Uhr oder erst abends unterwegs sein.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Marlinger Waalweg. Sie passiert gerade eine Stelle mit Weinreben links vom Waalweg. Den Waalweg überspannen Holzstäbe, die wie eine große Pergola aussehen. Der Waal fließt rechts vom Weg. Daneben erkennt man eine üppige grüne Vegetation. Der Waalweg taucht weiter hinten in ein Waldstück ein. Links am Bildrand sieht man noch das Etschtal bei Lana, das vom Gantkofel im Mendelkamm überragt wird. Der Himmel ist stark bewölkt, die Sonne kommt kaum durch die Wolken.
Kulturlandschaft – Unterwegs am Marlinger Waalweg

Marlinger Waalweg

Als längster und größter Waalweg in Südtirol ist der Marlinger Waalweg bei Meran ein sehr beliebtes Wanderziel. Der Waalweg verläuft die meiste Zeit fast eben und bietet landschaftlich viel Abwechslung. Oft zwischen Weinbergen und Obstplantagen, immer wieder auch durch Wälder und manchmal entlang von Felswänden.

Dazu ist er sehr aussichtsreich. Immer wieder blickt man in das Etschtal, über dem rechts der markante Gantkofel im Mendelkamm aufragt. Wer sich ab und zu umdreht, bekommt das schöne Panorama der Bergwelt rund um Meran zu sehen: Texelgruppe, Sarntaler Alpen und dazwischen das Passeiertal.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Marlinger Waalweg. Sie befindet sich gerade in einer interessanten Passage: Es sieht aus wie in einer Schlucht oder Klamm. Links vom Waalweg ist zur Sicherheit ein Holzgeländer angebracht. Rechts vom Weg verläuft der Waal, darüber bauen sich steile Felsen auf, die fast überall bewachsen oder bemoost sind. Die üppige Vegetation verstärkt den Charakter einer Schlucht ebenso wie die fehlenden Sonnenstrahlen.
Kontrast – Marlinger Waalweg mit klammartiger Passage

Wenn ihr den ganzen Marlinger Waalweg begehen möchtet, startet ihr bereits bei der Töllbrücke. Bis nach Lana solltet ihr mit mindestens 4 Std. Wanderzeit rechnen. Es lohnt sich aber, denn unterwegs gibt es viele eindrucksvolle Passagen.

Wenn ihr am Bahnhof Marling startet, erwartet euch zunächst der etwa 20-minütige Anstieg über den Untersteinersteig. Den Waalweg erreicht ihr beim Gasthof Waldschenke. Auch vom Dorf Marling ist ein Anstieg zum Waalweg bei etwa gleichem Zeitbedarf nötig.

Der Weg ist nicht zu verfehlen und es gibt unterwegs immer wieder Einkehrmöglichkeiten. Die Wanderung könnte etwas länger dauern …

Auf dem Bild sieht man rechts den Marlinger Waalweg. Am Bildrand verläuft der Waal, links daneben der breite Wanderweg. Auf beiden Seiten des Waals erkennt man Weinreben mit vielen Höfen dazwischen. Ein typisches Bild der Südtiroler Kulturlandschaft. Links am Bildrand sieht man das Etschtal bei Lana, das vom Gantkofel im Mendelkamm überragt wird. Der Himmel ist stark bewölkt, die Sonne scheint dennoch auf den Waal und die Weinreben.
Aussichtsreich – Marlinger Waalweg

Kurz vor Schloss Lebenberg geht der Marlinger in den Tschermser Waalweg über. In der unten aufgeführten Kompass-Karte ist der Name eingetragen. Hier wäre ein Abstieg nach Tscherms möglich, ca. 20 Min. Über den Waalweg ist es von hier bis Lana noch eine gute halbe Stunde. Zuletzt geht’s mit einem kurzen Abstieg etwas steiler hinab. Man erreicht Lana in der Nähe der Talstation der Bahn zum Vigiljoch.

Algunder Waalweg

Auch der Algunder Waalweg zählt zu den beliebtesten Waalwegen bei Meran. Er führt ebenfalls durch eine gepflegte Kulturlandschaft und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die Umgebung von Meran und die Sarntaler Alpen.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Algunder Waalweg. Sie steht vor einem Zaun und betrachtet die Landschaft. Links vom Wanderweg sieht man den Waal. Er dient hier vor allem der Bewässerung der Weinreben, die auf beiden Seiten des Waals zu sehen sind. Im Hintergrund sieht man schöne Terrassen, auf denen die Rebstöcke stehen. Darüber breitet sich ein dichter Wald aus. Rechts sieht man im Hintergrund gerade noch Dorf Tirol und darüber den Ifinger in den Sarntaler Alpen. Der Himmel ist blau, es hat dünne Schleierwolken.
Weinberge am Waalweg – Kulturlandschaft bei Meran

Der Waalweg ist nach Algund benannt, jedoch unterscheiden die Besitzer der landwirtschaftlichen Flure von West nach Ost in Plarser Waal, Algunder Waal und Gratscher Waal. Dies ist auch in manchen Kartenwerken berücksichtigt wie in der unten aufgeführten Karte von Kompass.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin auf dem westlichen Abschnitt des Algunder Waalwegs, der auch Plarser Waalweg genannt wird. Der verläuft hier in einer Rinne aus Stein und Beton rechts des breiten Wanderwegs. Im Hintergrund ist ein Tunnel zu erkennen, in den der Waalweg hinein führt. Rechts vom Waal sieht man eine Steinmauer, links eine üppige Buschvegetation. Darüber erheben sie die Gipfel de Texelgruppe, die noch schneebedeckt sind. Der Himmel ist blau und nur über den Bergen hat es Quellwolken.
Waal im Tunnel – Unterwegs am Plarser Waal

Üblicherweise startet der Waalweg beim großen gebührenpflichtigen Parkplatz nahe der Töllbrücke. Hier ist auch eine Bushaltestelle. Der Waalweg führt von hier zunächst durch einen Tunnel und dann längere Zeit durch offenes Gelände.

Nachdem man die Straße nach Oberplars gequert hat, taucht man in den Wald ein und genießt eine wunderschöne schattige Passage bis zum Grubbach. Ab hier wechseln bis Gratsch nun offene, sonnige Flächen mit Wald. In diesem Abschnitt thront das Schloss Tirol, Stammsitz der Grafen von Tirol, über dem Waalweg.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Algunder Waalweg. Neben dem breiten Weg sieht man links den Waal, der in einem Kanal verläuft. Auf beiden Seiten des Waals erkennt man Weinreben. Links im Hintergrund liegt Gratsch, ein Ortsteil von Meran. Darüber erkennt man Dorf Tirol, das auf einem Hügel oberhalb von Meran liegt. Schloss Tirol liegt links vom Dorf, fast genau über der Wanderin. Im Hintergrund sieht man die Berge der Sarntaler Alpen, aus denen besonders der Ifinger hervorsticht. Der Himmel ist blau mit einigen Schleierwolken.
Geschichtsträchtige Kulisse – Algunder Waalweg mit Schloss Tirol

Von Gratsch könnt ihr bequem mit dem Bus nach Meran und weiter zur Töllbrücke fahren. Oder aber ihr wandert über den Tappeinerweg weiter nach Meran.

Partschinser Waalweg

Partschins liegt bereits auf der untersten Stufe des Vinschgaus, zählt aber noch zum Nahbereich von Meran. Auch verwaltungstechnisch gehört Partschins gemeinsam mit Plaus und Naturns zum Burggrafenamt (Meran).

Den Partschinser Waalweg am untersten Hang der Texelgruppe finde ich ganz besonders schön. Zwar ist er im Vergleich zu den beiden anderen hier beschriebenen Waalen weniger aussichtsreich. Dafür verläuft er nicht in einer Betonrinne, sondern in einem natürlich aussehenden Bett.

Hier schlage ich euch eine Wanderung vor, die ihr als Rundtour begehen könnt oder aber auch den Waalweg in beide Richtungen. Die Wanderung ist kurz und lässt sich gut mit dem Partschinser Wasserfall oder dem kurzen Rablander Waalweg kombinieren.

Auf dem Bild sieht man den Partschinser Waalweg, der hier gerade eine Kurve beschreibt. Der Waal fließt rechts vom Weg, links davon steht ein Holgeländer zur Sicherheit. Die Sonne scheint durch die frisch begrünten Bäume. Die Szene wirkt sehr idyllisch.
Idyllisch – Partschinser Waalweg

Von der Talstation der Texelbahn, ca. 630 m, zunächst der Beschilderung Richtung »Wasserfall« am Zielbach entlang durch Wald zum Winklerhof. Weiterhin neben dem Bach führt der schöne Weg bis zum Hof Armesauer. Was für ein Name … Hier rechts über die Brücke und gleich wieder links noch ein kurzes Stück hinauf zum Beginn des Partschinser Waalwegs. Hier ist ein Abstecher zum Partschinser Wasserfall möglich, ca. 1 Std.

Ihr folgt nun dem wunderschönen Waalweg bis zu seinem Ende oberhalb von Partschins. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder hinab nach Partschins und von dort mit Markierung Nr. 39 über die Hängebrücke zum Winklerhof. Oder einfach den Waalweg auch retour begehen. Auch wenn dies keine Rundtour ergibt, ist es schöner am Waalweg zu laufen, als durch den Ort.

Auf dem Bild sieht man eine Wanderin am Partschinser Waalweg. Links vom breiten Weg fließt der Waal fast ohne Gefälle. Auf beiden Seiten breitet sich eine üppige grüne Vegetation aus. Die Sonne fällt zum Teil durch die dichte Vegetation auf den Weg und auf den Waal.
Entspannt wandern – Unterwegs am Partschinser Waalweg

An den Partschinser Waalweg könnt ihr ohne viel Aufwand den kurzen Rablander Waalweg (auch Happichler Waalweg genannt) anhängen. Er ist ab dem Winklerhof ausgeschildert. Von seinem Ende aus je nach Ziel mit Markierung Nr. 26 nach Rabland oder den Waal wieder zurück und von seinem Beginn rechts haltend zur Talstation der Texelbahn.

Meraner Waalrunde

Alle Waalwege bei Meran lassen sich zu einer mehrtägigen Rundtour zusammenfassen, der Meraner Waalrunde. Insgesamt elf Waale lernt man dabei kennen.

Zwar sind die Wege ganzjährig begehbar, witterungsabhängig führen die Waale jedoch nur vom 1. April bis 31. Oktober Wasser. Im Vinschgau habe ich bereits Anfang Oktober Waale ohne Wasser angetroffen.

Beide Karten enthalten alle Waalwege bei Meran. Sie sind inhaltlich etwa gleichwertig.

Tabacco: 11 Meran und Umgebung, 1:25 000. Bereits als wetter- und reißfeste Neuauflage erschienen, sehr schönes und feines Kartenbild!

Kompass: 053 Meran, 1:25 000. Die Waalwege bei Meran sind farblich hervorgehoben, gut lesbar, wasser- und reißfest.

Geschmäcker und Ansprüche sind verschieden. Das ist auch bei Wander- und Tourenführern nicht anders. Daher folgender Tipp: Wer von euch weniger Wert auf Hintergrundinfos legt, ist mit dem Wanderführer von Oswald Stimpfl bestens bedient. Wer mehr wissen möchte, greift zu einem der beiden anderen Werke. Beide sind sehr empfehlenswert.

Bodini, Gianni: Waalwege in Südtirol, Tappeiner, 2010. Beschreibt nicht nur Wanderungen auf Waalwegen, sondern wirft auch einen Blick auf die Geschichte der Waale und auf Bewässerungssysteme in anderen Kulturen.

Menara, Hanspaul: Südtiroler Waalwege, Athesia, Bozen, 2. Auflage 2010 (Nachdruck). Wer sich eingehender mit der einzigartigen Kultur der Waale beschäftigen möchte, kommt an diesem Klassiker nicht vorbei. Es beschreibt auch die Waalwege bei Meran. Zudem ist es eine wahre Fundgrube, enthält es doch viele interessante Hintergrundinformationen sowie ein Lexikon mit 250 Südtiroler Waalen. In der Modebranche spräche man von einem »Must-have« …

Stimpfl, Oswald: Südtirols schönste Waalwege, Folio, Bozen, 5. Auflage 2023. Mit Wanderkarten und Einkehrtipps. Für Wanderungen bestens geeinet, aber nicht mit der selben inhaltlichen Tiefe wie der »Menara«.

Waalwege bei Meran

Die hier beschriebenen Waalwege sind von Meran bestens mit Öffis erreichbar.
Südtirolmobil (Fahrpläne, Preise, Mobilcard)

Marlinger Waalweg
Zu den Ausgangspunkten Töllbrücke und Marling mit der Vinschgerbahn (250), von oder nach Tscherms und Lana mit dem Bus (211). Marling alternativ mit dem Bus (212).
Bahnhof Marling – Lana ca. 2 Std., ebenso ab Marling Dorf

Algunder Waalweg
Zum Ausgangspunkt Töllbrücke Bus von Meran (213).
Töllbrücke – Gratsch 1½ Std.

Partschinser Waalweg
Zu den Ausgangspunkten jeweils Bus ab Meran nach Partschins (213) und zur Texelbahn (265).
Texelbahn – Partschinser Waalweg – Texelbahn ca. 2 Std.

Anforderungen & Jahreszeit
T1, sehr leichte Wege mit wenig Steigung
meist ganzjährig

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