Schwierigkeitsgrade beim Bergwandern

An einem sonnigen Tag im Hochsommer befindet sich eine Wanderin im Abstieg von der Fründenhütte im Berner Oberland. Gerade quert sie eine gesicherte Felswand auf einem guten Steig, der zur Talseite mit Stangen und Drahtseilen bestens gesichert ist.
Gut gesichert – Im Abstieg von der Fründenhütte im Berner Oberland

Die besten Tipps zum Bergwandern

Die Bewertung von Schwierigkeiten bei Bergwanderungen ist ein sehr komplexes Thema, das lange Zeit ziemlich vernachlässigt wurde. Zwar scheint es auf den ersten Blick vielleicht nicht so zu sein, aber auch bei Bergwanderungen sind unterschiedliche Parameter zu berücksichtigen.

Bis in die 1980er-Jahre existierte lediglich die so genannte »Alpenskala« für Kletter- und Hochtouren. In den alten Alpenvereinsführern (AVF-Führer, herausgegeben vom DAV Deutscher Alpenverein, ÖAV Österreichischer Alpenverein und AVS Alpenverein Südtirol) wurden Bergwanderungen, also Hüttenanstiege, Passwege und Wandergipfel in der Regel als »unschwierig« oder »leicht« eingestuft. Die »Alpenskala« berücksichtigte ausschließlich Kletterschwierigkeiten. Das wurde den unterschiedlichen Anforderungen auf vielen Bergwegen nicht gerecht. Mehr als ein schwammiges »Nur für Geübte« gab es nicht.

Eine erste Schwierigkeitsskala für Bergwandern

Ähnlich war es in den Clubführern des Schweizer Alpenclubs SAC. Um 1980 führte der SAC eine zweistufige Skala (E und EB) ein. Erstmals gab es zwei Stufen mit klarer Definition. Nach ein paar Jahren erfolgte die Erweiterung um die Stufe (BG). Die folgenden Angaben sind nach den SAC-Führern aus dieser Zeit (ca. 1980 – 2002), stichwortartig.

B = Bergwanderer
Wege & Pfade, in der Regel markiert, in unübersichtlichem Alpgelände oft nur Viehwege. Gut ausgebaute Wege in steilem Gelände. Grundkenntnisse über die alpine Umwelt. Gute Bergschuhe empfehlenswert.

EB = Erfahrener Bergwanderer
Routen im freien und steilen Gelände, oft ohne Wege und Markierungen.
Orientierungsvermögen mit Karte. Fähigkeit, das Gelände zu beurteilen. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die Hände werden nur zum Stützen des Gleichgewichts gebraucht. Gute Bergschuhe unbedingt erforderlich.

BG = Berggänger
Routen in steilem, grasbewachsenem, felsdurchsetztem Gelände, allgemein heikel. Der Gebrauch der Hände kann erforderlich sein. Griffe und Tritte bestehen aus Grasbüscheln und brüchigem Fels, deren Festigkeit man beurteilen muss. Ein Sturz kann oft nicht aufgehalten werden. Ein Pickel ist oft nützlich. Die Stellen im Fels liegen oft im Schwierigkeitsgrad II. Gute Bergschuhe sollten selbstverständlich sein (wurde nicht explizit aufgeführt!).

Ein erster Schritt. Eine feinere Differenzierung der Anforderungen bei Bergwanderungen war nun möglich. Die Skala war in den Führerwerken des SAC bis 2002 Standard. Als problematisch erwiesen sich Unschärfe und ein breites Anforderungsspektrum bei der Stufe BG. Charakterisierungen wie »allgemein heikel« oder »Griffe und Tritte bestehen aus Grasbüscheln und brüchigem Fels, deren Festigkeit man beurteilen muss«, zeigen das Problem sehr deutlich.

In vielen Wanderführern, bspw. in den populären roten Wanderführern vom Bergverlag Rother, wurde ab Ende der 1980er-Jahre in der Regel ebenfalls zwischen drei Stufen unterschieden. Die Anforderungen sind farblich mit blau, rot und schwarz gekennzeichnet und werden erläutert. Die sehr erfolgreiche Reihe arbeitet bis heute so.

Die Wanderkartenhersteller Freytag & Berndt und Kompass arbeiten in ihren »Kurzführern« (als kleine, den Wanderkarten beigelegte Broschüre oder auf der Kartenrückseite) seit den 1970er-Jahren ebenfalls mit einer dreistufigen Einteilung, »leicht-mittel-schwierig« oder dem Zusatz »Nur für Geübte«. Allerdings war und ist hier nicht immer klar definiert, was genau unter der jeweiligen Stufe zu verstehen ist.

Die Gesamtschwierigkeit einer Tour

Ende der 1960er-Jahre führte der SAC eine Hochtourenskala ein, die sich nicht nur auf die felstechnischen Schwierigkeiten beschränkte. Die Skalenstufen (7 Stufen, von L = leicht bis EX = extrem schwierig) waren als Gesamtbewertung der Anforderungen im Fels, Firn und Gletscher konzipiert.

Werner Munter, der »Lawinenpapst«, wies im Gebietsführer Berner Alpen (Bergverlag Rother, 8. Auflage 1984) darauf hin. Auch er bemängelte, dass die Alpenskala lediglich den Kletterschwierigkeiten Rechnung tragen würde. Andere Faktoren wie Ernsthaftigkeit oder Abgeschiedenheit einer Tour, die Dauer oder die Ausgesetztheit, würden nicht berücksichtigt.

Werner Munter versuchte das Problem mit einer 20-stufigen (!) Skala zu lösen, ja fast schon zu revolutionieren. Vier maßgebende Faktoren sollten darin einfließen: Schwierigkeitsgrad, alpinen Charakter, objektive Gefahren und Kraftaufwand (Länge der Tour). Dabei verzichtete er in letzter Konsequenz auf eine Umschreibung mit Worten (bspw. »leicht« oder »schwierig«), da dies seiner Ansicht nach eine der Hauptquellen für Missverständnisse sei.

Interessanterweise klassifizierte er Bergwanderwege (Hüttenanstiege, Bergwege, Pässe, Wandergipfel) ebenfalls »nur« mit einer dreistufigen Skala: BW 1-3 (BW=Bergweg, leicht-mittelschwer-schwierig).

Den Gesamtansatz von Munter fand ich sehr spannend, weil er neu war. Vielleicht war in den 1980er-Jahren die Zeit noch nicht reif für eine differenziertere Bewertung der Schwierigkeiten bei Bergwanderungen. Werner Munter ist übrigens Autor des Klassikers 3×3 Lawinen.

Der Meilenstein – Die Wanderskala des SAC

Es war letztlich wieder der SAC, der 2003 eine neue mehrstufige Skala für Berg- und Alpinwandern auf den Weg gebracht hat. Die Skala ist die erste, die unterschiedliche Anforderungen bei Bergwanderungen sehr differenziert einstuft. Ein Grund dafür war die Erweiterung der Führerliteratur des SAC um anspruchsvollere Alpinwanderungen. Die Skala ist meiner Ansicht nach ein Meilenstein und so etwas wie ein Durchbruch in Sachen Schwierigkeitsbewertung bei Bergwanderungen.

Die Skala differenziert zwischen Wanderungen, Bergwanderungen und Alpinwanderungen und wird den unterschiedlichen Anforderungen besser gerecht als alles andere zuvor. Mit der Skala ist es dem SAC gleichzeitig gelungen, den Begriff »Alpinwandern« zu etablieren. Zum 01.06.2023 hat der SAC die Skala überarbeitet und neu gestaltet. Dabei wird nunmehr auf die Bezeichnung der T-Grade verzichtet. Für euch habe ich die bisherigen Bezeichnungen in Klammern gesetzt.

Wanderskala des SAC (bislang Berg- und Alpinwanderskala)

T = Trekking
G = Gelände, mögliche Schwierigkeiten
A = Anforderungen


T1 (Wandern)
G: Weg gut gebahnt. Falls vorhanden, sind exponierte Stellen sehr gut gesichert. Absturzgefahr kann bei normalem Verhalten weitgehend ausgeschlossen werden.
A: Keine spezifischen Anforderungen. Orientierung problemlos, in der Regel auch ohne Karte möglich.

An einem schönen Tag im Frühjahr erreicht eine Wanderin in wenigen Momenten den weiten Sattel zwischen Kamor und Fähnerenspitz. Die Wiesen sind nach dem Winter noch nicht richtig grün, es blühen Krokusse. Auf der Sattelhöhe stehen einige Fichten. Der Säntis im Hintergrund ist noch schneebedeckt und links oben ist der Kamor zu erkennen.
Bequem – T1 im Alpstein


T2 (Bergwandern)
G: Weg mit durchgehendem Trassee. Gelände teilweise steil. Absturzgefahr nicht ausgeschlossen.
A: Elementare Trittsicherheit. Elementares Orientierungsvermögen.

Die Wanderin nimmt an einem schönen Tag im Mai gerade den Abstieg vom Hochgrat zur Brunnenauscharte in Angriff. Das nächste Ziel, das Rindalphorn erhebt sich im Hintergrund. Die Gipfel der Nagelfluhkette sind bereits alle grün, es hat keinen Schnee mehr. Der blaue Himmel wird von einigen Schönwetterwolken verziert.
Einfach – T2 auf der Nagelfluhkette


T3 (Anspruchsvolles Bergwandern)
G: Weg nicht unbedingt durchgehend sichtbar. Gelände steil. Ausgesetzte Stellen können mit Seilen oder Ketten gesichert sein. Geröllflächen, leichte Schrofen. Eventuell braucht man die Hände fürs Gleichgewicht. Zum Teil exponierte Stellen mit möglicher Absturzgefahr.
A: Trittsicherheit. Durchschnittliches Orientierungsvermögen. Elementare alpine Erfahrung.

Am Nordanstieg zum Lötschepass im Berner Oberland gibt es auch eine gesicherte Passage. Dort befindet sich die Bergwanderin an einem sonnigen und wolkenlosen Tag im Hochsommer. Den Hintergrund dominiert der Südostgrat des Balmhorns.
Gesichert – T3 am Lötschepass


T4 (Alpinwandern)
G: Wegspuren, oft weglos. Raues Steilgelände. Einzelne einfache Kletterstellen (I). Blockfelder. Steile Grashalden und Schrofen. Einfache Schneefelder. Gletscherpassagen, meist markiert. Exponierte Stellen mit Absturzgefahr.
A: Vertrautheit mit exponierten Passagen. Gute Trittsicherheit. Alpine Erfahrung, elementare Geländebeurteilung. Gutes Orientierungsvermögen.
Elementare Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug schwierig werden.

Vom Vorgipfel geht der Blick über einen felsigen und ausgesetzten Gratabschnitt zum Gipfel der Grabspitze im Pfitscher Tal in Südtirol. Im Hintergrund erheben sich die Zillertaler Alpen am Grenzkamm zu Österreich. Am Himmel sind viele Quellwolken zu sehen.
Exponiert – T4 an der Grabspitze


T5 (Anspruchsvolles Alpinwandern)
G: Wegspuren, oft weglos. Raues Steilgelände. Einfache Kletterpassagen (I–II). Anspruchsvolle Blockfelder. Sehr steile Grashalden und Schrofen. Steile Schneefelder. Gletscherpassagen, manchmal markiert. Exponiertes Gelände, über längere Strecken Absturzgefahr.
A: Vertrautheit mit exponiertem Gelände. Sehr gute Trittsicherheit. Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung. Vertiefte alpine Erfahrung, sichere Geländebeurteilung. Gute Kenntnisse im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden.


T6 (Schwieriges Alpinwandern)
G: Meist weglos. Ausgeprägtes Steilgelände. Längere Kletterstellen (II). Heikle Blockfelder. Äusserst steile Grashalden und Schrofen. Heikle Schneefelder. Gletscherpassagen. Sehr exponiertes Gelände, über längere Strecken erhöhte Absturzgefahr.
A: Vertrautheit mit sehr exponiertem Gelände. Ausgezeichnete Trittsicherheit. Sehr gutes Orientierungsvermögen und Gespür für die Routenfindung. Ausgereifte alpine Erfahrung, sehr sichere Geländebeurteilung. Versierter Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln. Bei Wettersturz kann ein Rückzug sehr schwierig werden.

Ihr fragt euch, warum T5 und T6 hier nicht illustriert sind? Ganz einfach: Dabei handelt es sich um keine Bergwanderungen im »klassischen Sinn«. Mehr dazu weiter unten.

Hinweise des SAC zur Skala

Die Gesamtschwierigkeit und Bewertung der Tour bezieht sich immer auf die schwierigste Stelle. Leicht erhöhte oder verminderte Anforderungen können zusätzlich mit + oder – gekennzeichnet werden.

Die Skala gilt bei günstigen Verhältnissen (gute Witterung und Sicht, trockenes Gelände, geeignete Schnee- und Firnbedeckung). Schlechte Verhältnisse können aus einer einfachen Wanderung eine ernste oder sogar gefährliche Angelegenheit machen!

Unter Gletscherpassagen versteht die Skala solche, die im Sommer bei normalen Verhältnissen so weit ausapern, dass sich allfällige Spalten sicher erkennen und ohne Gefahr umgehen lassen (was auf verschiedene hochalpine Hüttenwege zutrifft). Unter diesen Voraussetzungen erübrigt sich eine Hochtourenausrüstung. Bei ungünstigen Verhältnissen können Anseilmaterial, Steigeisen und/oder Pickel hingegen durchaus angezeigt oder gar zwingend sein.

Abschließend gibt der der SAC Hinweise zur Abgrenzung der Wanderskala zu Hochtouren und Felsklettern: Ein wesentlicher Unterschied zwischen anspruchsvollen Alpinwanderungen, einfachen Hochtouren und leichten Felsklettereien liegt darin, dass auf einer T5/T6-Route selten bis nie mit Seil gesichert werden kann, weshalb das Gelände absolut beherrscht werden muss – was hohes technisches Können und mentale Stärke erfordert. Beispiele dafür sind sehr steile Grashänge, wegloses Schrofengelände mit schlechtem Fels oder sehr exponierte Gratpassagen. Deshalb ist Alpinwandern im oberen Schwierigkeitsbereich (T5/T6) in der Regel bedeutend anspruchsvoller als eine einfache Hochtour mit der Bewertung L (= leicht) oder eine gesicherte Klettertour im II. Grad. Aufgrund der unterschiedlichen Merkmale von Alpinwanderungen und Hochtouren lässt sich ein direkter Vergleich der Bewertungsskalen kaum anstellen, doch grundsätzlich kann eine T6-Route vergleichbare Anforderungen stellen wie manche Hochtour im Bereich WS (= wenig schwierig), in vereinzelten Fällen sogar bis ZS– (= ziemlich schwierig).

Die SAC-Skala im Vergleich

Wie ihr seht, lassen sich die unterschiedlichen Anforderungen mit dieser Skala nun klarer differenzieren. Früher hätte man T1 und T2 wohl als »leicht« oder »blau« eingestuft, T3 als »mittel« oder »rot« und T4 und höher als »schwierig« oder »schwarz«. So in etwa habe ich es in meinen Wanderführern auch gehalten. Touren mit der Bewertung T5 und T6 (teilweise vielleicht auch T4) wären in älteren SAC-Führern als »BG, Berggänger« eingestuft worden.

Touren, die anhaltende Schwierigkeiten von T5 oder T6 aufweisen, haben letztlich mit »klassischem Bergwandern« nicht mehr viel zu tun. Die Anforderung nach Vertrautheit im Umgang mit alpintechnischen Hilfsmitteln wie Seil oder Eispickel macht dies sehr deutlich. Hier sind wir beim bereits beim Bergsteigen im eigentlichen Sinn angekommen.

Die Skala ist mittlerweile auch in anderen Alpenländern anerkannt und wird zum Teil in anderen Führerwerken verwendet. So bspw. in manchen Wanderführern vom Bergverlag Rother. Auch im Internet bei Open Street Map (bspw. über bergfex.at) sind manchmal die T-Grade nach der SAC-Wanderskala eingetragen. Diese Angaben sind jedoch mit Vorsicht zu genießen! Hingegen verwenden Tourenportale der Alpenvereine (DAV, ÖAV, AVS) teilweise andere Skalen.

Der Montolando-Blog bezieht sich bei der Bewertung der Touren ausschließlich auf die Wanderskala des SAC. Schwerpunkt sind Touren in den Bereichen T2 und T3, dem »klassischen Bergwandern« sowie mit T4 bewertete Touren (nach SAC bis 06/2023 als »Alpinwandern« bezeichnet).

Im Gegensatz zur Schweiz existieren in den anderen Alpenländern unterschiedliche Konzepte für die Berwertung und Einstufung von Wander- und Bergwegen. Diese möchte ich euch in einem späteren Beitrag vorstellen.

Also alles ganz easy?

Nicht ganz. Ich möchte nochmals auf die Frage der Gesamtbewertung eingehen. Es genügt nicht, nur zu schauen, wie schwer die schwierigste Passage ist, sondern auch, in welcher Umgebung ihr euch bewegt. Ein T3 ohne Wege und Steige in einer abgeschiedenen Landschaft kann in Summe ernsthafter sein, als eine Tour mit einer T4-Stelle in den Voralpen.

Ein sehr anschauliches Beispiel findet ihr bei den Referenztouren der SAC-Skala: Großer Mythen und Pizzo Centrale werden dort als T3 eingestuft. Auf beiden Gipfeln war ich mehrfach. Allein die deutlichen Unterschiede bei Höhenmetern und Anstiegszeit verdeutlichen den unterschiedlichen Gesamtcharakter der beiden Gipfel. So wild und steil der Große Mythen auch aufragt, er ist dennoch ein voralpiner Gipfel, der Weg ist breit, gut gesichert und ihr werdet euch dort kaum verlaufen.

Eine Bergwanderin befindet sich an einem sonnigen Oktobertag auf dem Mythenweg. Sie passiert gerade eine felsige, etwas ausgesetzte, aber mit Drahtseilen gut gesicherte Passage. Unterhalb des Steigs steht ein einzelner Baum. Im Hintergrund erkennt man schneebedeckte Berge rund um den Fluebrig in der Zentralschweiz. Der Himmel wird von Schleierwolken verziert.
Voralpines T3 – Am Mythenweg

Am Pizzo Centrale hingegen gibt es oft nur Steigspuren, bei schlechter Sicht kann die Orientierung schwierig werden. Am besten, ihr steigt auf beide Gipfel, dann versteht ihr, was ich meine.

Im Anstieg zum Pizzo Centrale. Vor uns erhebt sich der Gipfel über einem chaotischen Meer von Gesteinsblöcken. Es liegen auch noch einige kleine Schneefelder. Der Himmel ist stahlblau, nur hinter dem Gipfel zieht eine Wolke auf.
Alpines T3 – Im Blockfeld zum Pizzo Centrale

Ihr seht, das ist alles nicht ganz so einfach und schon gar nicht in einem einfachen Schema abzubilden. Die Einschätzung von Schwierigkeiten wird wohl ein Stück weit eine subjektive Angelegenheit bleiben. Was manche von euch als »einfach« oder »leicht« bezeichnen würden, kann für andere schon recht anspruchsvoll sein. Wie denkt ihr darüber? Diskutiert doch mal mit Freunden darüber. Die Bewertung der Touren bei Montolando ist eher »defensiv«. Ich möchte niemanden von euch dazu verleiten, Touren zu unternehmen, denen ihr nicht gewachsen seid. Manche mögen darüber vielleicht lächeln, aber ich denke, es ist klüger, zurückhaltend unterwegs und den Schwierigkeiten gewachsen zu sein. Kehrt lieber um, wenn die äußeren Bedingungen nicht stimmen oder ihr euch nicht fit fühlt – der Berg läuft nicht weg, er wartet geduldig, bis ihr wiederkommt. So schreibt das übrigens auch der SAC.

Ganz gleich, für welchen Titel ihr euch entscheidet – für Anfängerinnen & Anfänger im Bergwandern sind die drei Bücher gleich empfehlenswert. Sie sind von ausgewiesenen Fachleuten geschrieben, die ihr umfangreiches Wissen weitergeben. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eins davon reicht!

Dick, Andreas & Schulte, Dirk: Alpin-Lehrplan 1: Bergwandern – Trekking (Wissen & Praxis), Hrsg. vom Deutschen Alpenverein (DAV), Bergverlag Rother, München, 8. Auflage 2023.

Perwitzschky, Olaf: Bergwandern – Bergsteigen: Basiswissen (Wissen & Praxis), ‎ Bergverlag Rother, München, 3. Auflage 2021.

Volken, Marco et al.: Ausbildung Bergwandern / Alpinwandern – Planung / Technik / Sicherheit, SAC-Verlag, Bern, 2023.

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