Margelchopf – Wanderung vom Berghaus Malbun

Auf dem Bild geht der Blick vom Anstiegsweg zum Margelchopf. Man erkennt die Gesteinsschichten der Südostflanke, die vor allem im unteren Bereich auffällig verfaltet sind. Der Himmel ist blau, es hat zum Teil dichte Wolken.
Verfaltet – Margelchopf vom Anstiegsweg

Wandergipfel in der Alviergruppe über dem St. Galler Rheintal

Der Margelchopf ist ein 2164 m hoher Gipfel in der Alviergruppe über dem St. Galler Rheintal. Er zählt zu den populärsten Wanderbergen der Region. Vor allem an schönen Wochenenden im Herbst herrscht hier ein reger Betrieb. Wenn ihr es einrichten könnt, solltet ihr besser auf einen Werktag ausweichen. Zu beachten ist allerdings, dass in dieser Region im Herbst unter der Woche, vor allem im Oktober, oft das Militär aktiv ist.

Je nach Standpunkt erscheint der Margelchopf ausgesprochen mächtig oder fast schon zierlich & unscheinbar. Beim Anstieg vom Berghaus Malbun rückt er mit seiner breiten und felsigen Südostflanke direkt ins Blickfeld. Die gut sichtbaren eindrucksvollen Gesteinsfalten tragen ihren Teil dazu bei. Ein völlig anderes Bild vom Margelchopf bekommt man, wenn man ihn aus der Ferne, bspw. vom Gamserrugg oder vom Hurst betrachtet. Von beiden Standpunkten wirkt er lediglich wie ein kleiner Vorgipfel der viel mächtigeren und über 200 m höheren Gipfel zwischen Gamsberg & Fulfirst. So wie auf dem folgenden Bild vom Hurst oder vom Gamserrugg weiter unten.

Auf dem Bild geht der Blick vom Hurst, einem Gipfel in der Alviergruppe, nach Norden. Dort sieht man den Margelchopf, der im Gegensatz zum mächtigen Gross Fulfirst sehr zierlich wirkt. Die bedeutendsten Gipfel sind auf dem Bild beschriftet. Rechts im Hintergrund sieht man noch den Alpstein mit dem Säntis. Die Berge sind im April noch tief verschneit. Der Himmel ist blau und wolkenlos.
Zierlich – Margelchopf zwischen Fulfirst & Säntis vom Hurst

Wanderungen zum Margelchopf vom Berghaus Malbun oder von der Voralp

Der meist gewählte Ausgangpunkt für eine Wanderung zum Margelchopf ist das Berghaus Malbun am Buchserberg, in aussichtsreicher Lage hoch über dem St. Galler Rheintal. Außer an Werktagen ist man hier kaum mal allein unterwegs. Auf keinen Fall sollte man den Berg unterschätzen. Der Gipfelweg zum Margelchopf ist im Schlussabschnitt zum Teil gesichert und verlangt Trittsicherheit. Der Schwierigkeitsgrad liegt bei T3, also beim »klassischen« Bergwandern.

Das Berghaus Malbun sieht heute völlig anders aus als vor 40 Jahren, als ich zum ersten Mal am Margelchopf war. Die Aussicht von hier über die Bergwelt Liechtensteins ist wunderschön.

Auf dem folgenden Bild sind neben den Gipfeln der Alviergruppe die Stationen der hier im Beitrag beschriebenen Rundwanderung zum Margelchopf mit Abstieg via Altsässobersäss eingezeichnet. Die Aufnahme entstand oberhalb von Gaflei in Liechtenstein.

Überblick – Alviergruppe zwischen Fulfirst & Margelchopf

Auch von der Voralp kann man auf den Margelchopf wandern. Die Voralp erreicht man von Grabs im Rheintal mit dem Bus (80.412) oder mit dem Auto (gebührenpflichtige Parkplätze). Der Weg ist allerdings viel steiler und weniger aussichtsreich. Dafür morgens schattig. Hier ließe sich eine Rundwanderung zum Margelchopf machen: Voralp – Alp Isisizsess – Isisizgrat – Margelchopf – Isisizgrat – Alp Isisizsess – Chapf – Gampernei – ab hier entweder auf verschiedenen Wanderwegen zurück zur Voralp oder über den Studner Berg nach Grabs. Oder als Überschreitung mit Aufstieg vom Berghaus Malbun zum Margelchopf und Abstieg zur Voralp. Zurück mit dem Bus nach Grabs (80.412) und weiter nach Buchs (80.797).

Auf dem Bild geht der Blick vom Gamserrugg zu den Gipfeln der Alviergruppe. Die bedeutendsten Gipfel sind auf dem Bild beschriftet. In der linken Bildhälfte sieht man den Margelchopf, der von hier sehr unscheinbar wirkt, im Vergleich zu den mächtigen anderen Gipfeln der Alviergruppe. Der Himmel ist blau, aber mit dichten Schleierwolken bedeckt.
Unscheinbar – Margelchopf & Alviergruppe vom Gamserrugg

Die Wege von der Voralp kenne ich ebenfalls: Vor 25 Jahren stieg ich von der Voralp via Alp Isisizsess auf den Chapf und ein paar Jahre später wanderten wir im Frühsommer zu dritt von der Voralp über Gampernei auf den selben Gipfel.

Alviergruppe

Die Alviergruppe ist die südöstliche Fortsetzung der Churfirsten. Über den Sattel der Nideri sind die beiden Berggruppen verbunden. Trotz der vergleichsweise relativ geringen Höhe, zählt die Alviergruppe zu den schneereichsten Berggruppen der Schweiz. In den Mulden und Karen der Nordseite halten sich bis in den Sommer zum Teil große Schneefelder. Obwohl höher und nicht ganz so bekannt wie die Churfirsten, ist auch die Alviergruppe einer der populärsten Berggruppen der Ostschweiz.

Gipfelparade – Alviergruppe im Frühling vom Anstieg zur Stauberen

Die Gipfel bestehen überwiegend aus Kieselkalk und sind mit Gras bewachsen. Im Gegensatz dazu besteht Margelchopf aus hellem Schrattenkalk. Die Gesteinsschichten sind zum Teil verfaltet, was man beim Anstieg auf seiner Südseite gut sehen kann, wie das Beitragsbild oben zeigt.

Erinnerungen, Erlebnisse und Geschichten

Nachdem mein Bruder und ich unseren ersten »Zürcher Hausberg«, den Speer, bestiegen hatten, war der Margelchopf knapp einen Monat später unsere Nummer zwei. Im Anschluss hetzten wir dann noch hinüber zum Fulfirst. Das zweite Mal bestiegen wir den Margelchopf im schneearmen Winter 1989 Anfang Februar. Der Gipfelkopf war südseitig fast schneefrei und es lag nur an wenigen Stellen etwas Eis auf dem Weg.

Aufklaren – Fulfirst & Alvier hinten links nach dem Gewitter

Später war ich dann noch zwei Mal oben. Beim vierten Mal sah es schon morgens nach Gewittern aus. Reni und ich stiegen zeitig wieder ab, um das »Lichterfestival« nicht auf dem exponierten Gipfel zu erleben. Wir waren bereits wieder unten, als es losging. In der Mulde von Glanna fanden wir Schutz bei einem Alphüttchen und warteten, bis es vorbei war. Dann stiegen wir über Altsässobersäss ab. Nie zuvor hatte ich am Margelchopf Regen und Wolken erlebt, leider habe ich nur von dieser Tour digitale Bilder.

Wanderung vom Berghaus Malbun zum Margelchopf

Vom Berghaus Malbun, 1371 m, folgt ihr dem markierten Bergweg, der zunächst fast parallel zum Skilift verläuft. Der Weg mündet in einen asphaltierten Fahrweg, verlässt diesen aber schon bald wieder nach rechts. Durch einen schönen, lichten Wald erreicht ihr bei P. 1643 m erneut die Alpstraße, die bis zur Alp Malbun Obersäss, 1744 m, noch zweimal gekreuzt wird. Bereits vor den Alphütten führt der Weg am Hang entlang durch die Südflanke des Hanenspils. Ihr erreicht einen kleinen Sattel südwestlich dieser bescheidenen Erhebung und hier steht euch zum ersten Mal am heutigen Tag der Margelchopf eindrucksvoll gegenüber. Ein kurzer Abstecher von etwa fünf Minuten zum Hanenspil, 1889 m, lohnt sich wegen der schönen Sicht ins Rheintal. Man könnte den Gipfel auch von Malbun Obersäss auf einem Fahrweg erreichen und überschreiten.

Anregend – Gipfelweg zum Margelchopf vom Isisizgrat

Der Weg steigt wieder stärker an und führt durch Mulden auf die Hochfläche Bi den Seen, 1959 m, und weiter zum Isisizgrat, 2016 m (früher als Sisitzgrat bezeichnet), dem Sattel zwischen Margelchopf und Glannachopf auf der anderen Seite. Auch hier baut sich der Margelchopf eindrucksvoll auf, aber man erkennt nun bereits, dass der schroffe Berg auch seine »Schwachstelle« hat.

Nun beginnt der Gipfelweg, der schönste Abschnitt. Gratentlang geht’s rasch zum eigentlichen Gipfelaufbau. Ab hier sind Trittsicherheit und Schwindelfreiheit angesagt. Zudem ist in den felsigen Passagen eine saubere Gehweise nötig, um keine anderen Wanderer durch Steinschlag zu gefährden. Der Weg umgeht die untersten Gratabbrüche links ausholend und quert dann wieder nach rechts hinaus. Durch eine schrofige Rinne steigt ihr gerade empor und quert erneut nach rechts auf eine Schulter hinaus. So gelangt ihr zum steilen Schlussabschnitt, der mit Drahtseilen gut gesichert ist. Das abgespeckte Gestein ist mitunter ein wenig rutschig.

Gesichert – Felsige Rinne am Gipfelweg zum Margelchopf

Oberhalb der versicherten Passagen geht’s rasch zum Margelchopf, 2164 m, mit seinem eigenwilligen Gipfelkreuz. Auf dem großen Rasenplateau am Gipfel lässt es sich wunderbar rasten und schauen!

Rundsicht vom Margelchopf

Die mächtigen Gipfel der Alviergruppe mit Gauschla, Alvier, Fulfirst und Gamsberg schränken die Aussicht im Südhalbrund zwar erheblich ein, gleichzeitig sind sie selbst ein Highlight der Rundsicht.

Grenzenlos – Rheintal zwischen Alpstein & Bregenzerwaldgebirge vom Margelchopf

Ganz anderes in der anderen Richtung: Nach Norden geht der Blick weit hinaus ins Rheintal bis zum Bodensee und zum Pfänder. Rechts vom Rheintal sieht man das schier endlose Gipfelmeer in Vorarlberg, mit Bregenzerwaldgebirge, Lechquellengebirge und Rätikon. Im Südosten schauen aus der Ferne noch die Bündner Berge herüber.

Links vom Rheintal der Alpstein mit dem Hohen Kasten und dem alles überragenden Säntis.

Im Westen geht der Blick zum Duo Hinderrugg-Chäserrugg, den beiden östlichsten und bekanntesten Churfirsten. Der Blick auf den Walensee bleibt vom Margelchopf jedoch verwehrt, man kann ihn nur erahnen. Der Höchst stellt sich in den Weg. Am Horizont sieht man noch die Gipfel der Glarner Alpen (Mürtschenstock, Rautispitz, Oberseegruppe).

Bewölkt – Gamsberg, Glarner Alpen und Churfirsten vom Margelchopf

Rundwanderung vom Margelchopf über Altsäss zum Berghaus Malbun

Wer möchte, kann die Wanderung zum Margelchopf noch zu einer kleinen Rundwanderung ausbauen. Dazu folgt ihr ab Isisizgrat dem Wegweiser und den Markierungen Richtung Altsässobersäss und Alvier. Durch das schöne Alpgelände zur Einsattelung von Glanna, 2009 m. Achtung bei schlechter Sicht, der Weg ist nicht immer gut ausgeprägt! Von Glanna zunächst steil hinab, dann am Hang entlang zu den Hütten von Altsässobersäss, 1778 m. Hier links ab und unter den steilen Fels- und Schrofenflanke des Glännlichopfs zum Fahrweg, P. 1506 m, oberhalb der Alp Altsässundersäss. Auf dem Fahrweg gemütlich wieder zurück zum Berghaus Malbun. 1¾ Std. von Isisizgrat bis Malbun, T2, Trittsicherheit im Abstieg nach Altsässobersäss.

Ausgangs- und Endpunkt
Berghaus Malbun am Buchserberg. Bus ab Buchs im Rheintal (80.403). Gute Bergstraße ab Buchs, gebührenpflichtige Parkplätze.

Zeiten & Höhenmeter
Berghaus Malbun – Isisizgrat 2 Std.
Isisizgrat – Margelchopf 20 Min.
Margelchopf – Isisizgrat 15 Min.
Isisizgrat – Berghaus Malbun 1½ Std.
800 Hm

Anforderungen & Jahreszeit
T3, Trittsicherheit am Gipfelaufbau
Juni bis Oktober, evtl. schon im Mai und noch im November möglich

Swisstopo 50, 237 T Walenstadt, als Karte mit eingetragenen Wanderwegen, ist dies die erste Wahl.

Swisstopo 25, 1135 Buchs. Das perfekte Blatt für die Wanderung.

Swisstopo-App für Smartphone und Tablet.

Infos und Blattschnitte bei Swisstopo.

Hunziker, Manfred: Clubführer Säntis – Churfirsten, SAC Verlag, Bern, 1999. Beschreibt alle Berge zwischen Appenzell und dem Walensee. Enthält weitere Touren zum Margelchopf und Gipfelmöglichkeiten in der Alviergruppe. Top, mehr geht nicht, sehr empfehlenswert!

Widmer, Erich & Etter, Paul & Eschenmoser, Jakob: Churfirstenführer, Verlag Paul Haupt, Bern, 2. Auflage 1983. Der Vorgänger des SAC-Führers, etwas veraltet und nur noch antiquarisch erhältlich. Mit interessanten Schwarz-Weiß-Bildern und lesenswerten Kapiteln zur Geologie und zu Orts- und Flurnamen. Für die damalige Zeit fast schon ein Meilenstein in Sachen Layout und Optik!

ÖV

Das Berghaus Malbun ist mit dem Bus ab Buchs im Rheintal erreichbar (80.403, Endstation Buchserberg, Berghaus).

Tarifverbund Ostwind

Die Schweiz hat das beste System des öffentlichen Verkehrs – zumindest im Alpenraum. Ich habe selbst ein Halbtax-Abo (»Schweizer Bahncard«). Das Halbtax ist nicht nur in den Zügen, sondern auch in Bussen und vielen Bergbahnen gültig. Die Bahntickets sind nicht gerade preiswert, Parkplätze und Parkhäuser aber auch nicht.

Infos zu Preisen und Verbindungen:

Schweizerische Bundesbahnen SBB

PostAuto Schweiz

Fahrplanauskunft ÖV Schweiz

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