Leichte 3000er in der Schweiz

Auf dem Bild sieht man den letzten Abschnitt im Anstieg zum Üssers Barrhorn im Wallis. Im Hintergrund spitzen die zwei Gipfelzacken in den stahlblauen Himmel. Der Gipfel dacht sich nach links (Westen) mit seiner mäßig steilen Schuttflanke ab, nach rechts (Osten) bricht er mit steilen Wänden ins Mattertal ab. Der Berg ist einer der höchsten leichten 3000er in der Schweiz. Er ist auf einer guten Wegspur zu erreichen. Diese ist im Vordergrund und am Gipfelaufbau gut zu erkennen. Dort sieht man auch einige Bergwanderer. Links sind in der Flanke auch noch Schneefelder zu sehen, die das ganze Jahr überdauern. Links sieht man im Hintergrund noch die Bella Tola, einen weiteren leichten 3000er im Wallis und im Hintergrund die Berner Alpen mit dem Wildhorn. Dort hat es auch ein wenige Quellwolken.
Barrhörner – Highlight der leichten 3000er in der Schweiz

Auf 46 hohe Gipfel in der Schweiz

Im Jahr 2011 erschien mein Tourenführer Leichte 3000er in der Schweiz. Der Band versammelte 46 Touren mit insgesamt 50 Gipfeln. »Über Wege und Steige auf 46 hohe Gipfel« hieß der Untertitel des Führers. Viele dieser Berge sind tatsächlich auf guten Wegen und Steigen erreichbar, manche jedoch nur auf Steigspuren.

Das Bild zeigt das Titelbild des Tourenführers "Leichte 3000er in der Schweiz".
Tourenführer – Leichte 3000er in der Schweiz

Was allen Zielen gemeinsam ist: Sie sind ohne schwierige Kletterei und ohne Gletscherüberquerungen, bei denen Seilsicherung erforderlich ist, erreichbar. Die Passagen mit Blockkletterei überschreiten nirgends den ersten Schwierigkeitsgrad und die Gesamtanforderungen bewegen sich von T2 (selten) über T3 (sehr häufig) bis T4 (häufig).

Es braucht also keinen Bergführer, um einen dieser Gipfel zu besteigen. Aber Vorsicht: »leicht« bedeutet »leicht für erfahrene Bergwanderinnen & Bergwanderer«. Im Beitrag Leichte 3000er in den Alpen erhaltet ihr weitere Hinweise zur Thematik. Anfängerinnen & Anfängern würde ich die Lektüre einer Lehrschrift zum Bergwandern (siehe Kasten) ans Herz legen.

In diesem Beitrag erfahrt ihr, welche Gipfel ich seinerzeit im Führer beschrieben hatte. Einige davon gibt es in der Kategorie Leichte 3000er bereits als eigenen Beitrag. Nach und nach werde ich diese Liste weiter füllen – auch mit Gipfeln, die ich nicht im Tourenführer beschrieben hatte. Wenn ihr keinen leichten 3000er in der Schweiz mehr verpassen möchtet, solltet ihr unbedingt den Montolando-Newsletter abonnieren. Ihr findet den Button direkt rechts nebenan. Der Tourenführer ist längst vergriffen und nur noch bei amazon als E-Book erhältlich.

Die Sammlung hier erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt noch weitere Berge, die zu den leichten 3000ern in der Schweiz zählen: Mont Rogneux, Steghorn, Bättelmatthorn, Vorab, Chilchalphorn, Piz Piot oder Piz Minor sind weitere leichte 3000er in der Schweiz, um hier nur einige zu nennen.

Leichte 3000er sammeln

Mit meiner Vorliebe für leichte 3000er bin ich definitiv nicht allein. Im Elsass habe ich zwei Freunde, die jedes Jahr zwei Wochen in die Alpen fahren. Ihre Ziele: 3000er. Nur zur Akklimatisation oder bei schlechten Verhältnissen besteigen sie Gipfel unter 3000 m. Die beiden können eine beeindruckende Dreitausendersammlung vorweisen.

Kennengelernt hatten wir uns, klar: auf einem 3000er. Wir sind zur selben Uhrzeit vom Parkplatz im Martelltal zur Schluderspitze aufgebrochen. Unterwegs haben wir uns immer wieder gegenseitig überholt. Abends beim Parkplatz verabredeten wir eine gemeinsame Tour. Zu dritt waren wir auf der Orgelspitze, einem der schönsten leichten 3000er in Südtirol. Damit noch nicht genug: Wir sind uns noch an zwei weiteren Tagen begegnet, einmal hatten wir sogar das gleiche Ziel …

Leichte 3000er in Graubünden

Graubünden, der einzige dreisprachige Kanton der Schweiz, wirkt von außen fast wie eine »kleine Schweiz in der Schweiz«. Graubünden wird oft als »Land der 150 Täler« bezeichnet. Es ist aber auch das Land der leichten 3000er. Das darf man ohne Übertreibung sagen.

Auf dem Bild geht der Blick vom Piz Munschuns bei Samnaun Richtung Süden zum Muttler links und zum Stammerspitz rechts. Dei beiden Gipfel sind völlig verschieden. Während der Stammerspitz ein sehr schwieriger Berg ist, zählt der Muttler zu den leichten 3000ern in der Schweiz. Er besteht überwiegend aus Schiefergesteinen. Daher liegt an seinem Gipfel im Juni deutlich mehr Schnee als am Stammerspitz, der aus brüchigem Kalk besteht. Durch den Schneemantel wirkt er Muttler sehr majestätisch. Um diese Jahreszeit ist er augfrund des vielen Schnees für Bergwanderer noch nicht erreichbar. Es dauert noch ein paar Wochen, bis er schneefrei sein wird. Der Himmel ist blau und mit wenigen Quellwolken verziert.
Graubünden – Muttler links & Stammerspitz rechts vom Piz Munschuns bei Samnaun

Ein wahres Dorado für leichte 3000er ist das Engadin. Hier gibt es richtig viel zu holen und selbst auf bedeutende Gipfel führen markierte Steige, so am Muttler, Piz Julier oder Piz Languard. Der Schwerpunkt liegt im Oberengadin. Im Unterengadin ist die Auswahl hingegen nicht so groß. Dies liegt auch an den Gesteinen der Berge. Die meisten Gipfel in der Sesvenna-Lischana-Gruppe im Unterengadin bestehen aus brüchigem Dolomit und sind von daher weniger wanderfreundlich.

In Mittelbünden bieten vor allem das abgelegene und ruhige Avers und seine Seitentäler einige Ziele. Die Berge sind hier kaum vergletschert und bestehen oft aus weicheren Schiefergesteinen, eingebettet in eine weite, aber herbe Landschaft. Weniger ergiebig ist hingegen das Albulatal. Auch hier bestehen viele Berge aus steilen und brüchigen Kalkgesteinen, die für Bergwanderungen auf hohe Gipfel nur wenig Spielraum lassen.

Auf dem Bild geht der Blick vom Pizz Gallagiun Richtung Süden. Im Vordergrund sieht man das südliche Eck des Gipfels. Jetzt im Oktober liegt hier oben schon einiges an Schnee, aus dem einige Gneisblöcke herausragen. Die Umgebung wirkt dadurch sehr alpin. Der Pizz Gallagiun ist ein leichter 3000er in der Schweiz, zwischen Avers und Bergell. Im Hintergrund sieht man viele unbekannte Berge zwischen Splügenpass und Comer See. Viele davon stecken in Wolken oder Nebel. Darüber ist der Himmel blau und wolkenlos. Eine Traumtag!
Alpin – Herbst auf dem Pizz Gallagiun

Im Hinterrheintal gibt es auf den beiden obersten Stufen, der Val Schons und dem Rheinwald verschiedene 3000er, die oft etwas anspruchsvoller sind. Das Bruschghorn, der höchste Gipfel zwischen der Val Schons und dem Safiental, ist hingegen einfach erreichbar.

Die Surselva, das Bündner Oberland, ist für Sammler von leichten 3000ern eher weniger ergiebig. Bei Flims finden sich mit Trinserhorn und Vorab zwei Ziele. Sehr lohnend ist auch der Scopi, höchster Gipfel rund um den Lukmanierpass.

Eine Ausnahme im Bündner Oberland ist das bei Illanz Richtung Süden abzweigende Valsertal. Rund um Vals und den Zervreilasee finden sich mehrere Wanderdreitausender. Zwischen 2800 und 3000 m gibt es weitere Gipfel, die einfach (T3 – T4) erreichbar sind. Das Tourenangebot von Vals ist in dieser Hinsicht das wohl abwechslungsreichste in der Region.

Leichte 3000er in den Bündner Alpen

  • Muttler
  • Piz Lischana
  • Piz Rims & Piz Cristanas
  • Piz Minschuns
  • Schwarzhorn
  • Monte Vago
  • Piz la Stretta
  • Piz Languard
  • Munt Pers
  • Piz Ot
  • Piz Blaisun
  • Piz Julier
  • Igl Compass
  • Tschima da Flix & Piz d’Agnel
  • Piz Turba
  • Gletscherhorn
  • Pizz Gallagiun
  • Pizzo Mater
  • Bruschghorn
  • Trinserhorn
  • Fanellhorn
  • Frunthorn
  • Faltschonhorn
  • Scopi

Auf der Liste stehen zwei Gipfel außerhalb der Schweiz: Monte Vago und Pizzo Mater liegen in Italien. Beide sind aber von der Schweizer Seite aus ebenso gut erreichbar, der Pizzo Mater sogar besser. Daher hatte ich sie mit aufgenommen. Wer will schon so dogmatisch sein und in den Bergen vor einer (imaginären!) Grenze halt machen?

Leichte 3000er im Wallis & im Berner Oberland

Der zweite Schweizer Kanton mit vielen leichten 3000ern ist das Wallis. In den Walliser Alpen und Berner Alpen zählen die leichten 3000er nicht zu den größten, sie sind meist »nur« Trabanten der 4000er oder der hohen 3000er. Die Landschaft ist weniger herb als in Graubünden, dafür alpiner: Nirgendwo in den Alpen stehen mehr Giganten.

Auf dem Bild geht der Blick von etwas unterhalb des Dreizehntenhorns, einem leichten 3000er in der Schweiz, Richtung Südosten zum bekannten Saaser Dreigestirn, mit Fletschhorn, Lagginhorn, Weissmies. Die letzten beiden sind 4000er. Rechts oben im Bild sieht man das Gipfelkreuz des Dreizehntenhorns, das auf dunklen Felsblöcken steht. Auch im Vordergrund sieht man einige Gneisblöcke, die mit Rasenpolstern durchsetzt sind. Der Himmel ist blau mit ganz wenigen dünnen Schleierwolken.
Wallis – Dreizehntenhorn mit Saaser Dreigestirn Fletschhorn, Lagginhorn, Weissmies

Die Walliser Alpen gehören zu den größten Gebirgsgruppen der Alpen und wohl auch zu den schönsten. Im deutschsprachigen Oberwallis gibt es sehr viele leichte 3000er oder Gipfel knapp darunter, die für geübte Bergwanderinnen & Bergwanderer leicht zu besteigen sind. Besonders ergiebig sind die beiden bekannten Seitentäler des Rhonetals, Saastal und Mattertal. Hier warten leichte 3000er in spektakulärer Umgebung. Von einfach bis anspruchsvoll, von überlaufen bis einsam – alles ist möglich.

Die Augstbordregion hat neben leichten Wandergipfeln knapp unterhalb der magischen Grenze auch mehrere leichte 3000er zu bieten. Wenn man das Turtmanntal zur Augstbordregion zählt, so finden sich dort zwei der höchsten Wandergipfel der Alpen: die Barrhörner.

Im deutschsprachigen Raum weit weniger bekannt sind die Berge im Unterwallis. Nicht mehr ganz so hoch wie ihre Oberwalliser Kollegen, gibt es auch hier wunderschöne Ziele. Die leichten 3000er sind vielleicht nicht ganz so populär wie im Oberwallis, dafür aber weniger überlaufen. Das gilt nicht für die bekannte und leicht erreichbare Bella Tola, die ich trotzdem zu den schönsten Touren zählen würde. Gipfel wie Mont Avril, Mont Gelé oder Pointe du Tsaté sind hingegen eher ruhigere Ziele.

Auf dem Bild geht der Blick vom Oldenhorn, einem leichten 3000er in der Schweiz und gleichzeitig zweithöchsten Gipfel der Waadtländer Alpen zum Sommet des Diablerets. Links dahinter sieht man den Mont Blanc, den höchsten Berg der Alpen. in der rechten Bildhälfte sieht man die Chablais-Alpen mit den Dents du Midi. Links im Bildmittelgrund liegt der Glacier du Tsanfleuron, auf dem Spalten und verschiedene Spuren zu sehen sind. Der Himmel ist blau und wolkenlos.
Romandie – Mont Blanc und Sommet des Diablerets vom Oldenhorn

Weniger ergiebig als die Walliser sind die Berner Alpen. Leichte 3000er, die ohne Gletscherausrüstung zu besteigen sind, lassen sich gut an zwei Händen abzählen. Von denen liegen die meisten wiederum entweder auf dem Grenzkamm der Kantone Wallis und Bern oder ganz auf Walliser Boden. Der höchste Wandergipfel der Berner Alpen, das Hockenhorn, ist von beiden Seiten zu machen und bietet mit dem Lötschenpass eine sehr schöne Passüberschreitung an. Die zwei Ausnahmen, die leichter aus dem Berner Oberland zu besteigen sind, Oldenhorn und Wildstrubel, zählen zu den Top-Touren!

Leichte 3000er in den Walliser Alpen & Berner Alpen

  • Klein Furkahorn
  • Sparrhorn
  • Hockenhorn
  • Simelihorn
  • Jegihorn
  • Joderhorn
  • Mittaghorn & Klein Allalin
  • Platthorn
  • Oberrothorn
  • Mettelhorn & Platthorn
  • Schwarzhorn
  • Dreizehntenhorn
  • Barrhörner
  • Bella Tola
  • Le Toûno
  • Sasseneire
  • Pointe du Tsaté
  • Mont Gelé
  • Mont Avril
  • Oldenhorn
  • Arpelistock
  • Wildstrubel

Das Klein Furkahorn liegt in den Urner Alpen, wird hier der Einfachheit halber zum Wallis (zu dem es zur Hälfte gehört) gerechnet.

Auf dem Bild sieht man vom Klein Furkahorn über den Grat zum Galenstock. Im Vordergrund liegen große Granitblöcke und auf dem höchsten Block rechts steht ein großer Steinmann. Genau in der Bildmitte erhebt sich der Galenstock, der oben eine weiß Gletscherhaube trägt. Vom Gipfel ziehen zwei Grate nach links und rechts. Unter beiden liegen noch kleinere Gletscherfelder. Der Himmel ist blau, es hat ein paar Schleierwolken und direkt vor dem Galenstock ziehen kleine Nebelschwaden nach oben.
Knapp drüber – Am Klein Furkahorn mit Galenstock

Das Oldenhorn (Becca d‘Audon) zählt bei den Schweizern zu den Waadtländer Alpen (Alpes Vaudoises). Es ist ein Gipfel über drei Kantonen: Waadt, Bern und Wallis treffen hier zusammen.

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Deuble, Peter: Leichte 3000er in der Schweiz, Bruckmann, München, 2011. Vergriffen, als E-Book noch erhältlich.

Leichte 3000er in der Schweiz / E-Book

Anfängerinnen & Anfängern im Bergwandern würde ich dringend das Studium einer Lehrschrift ans Herz legen, bevor sie einen 3000er in Angriff nehmen. Die hier gelisteten drei Titel sind gleichermaßen empfehlenswert. Sie sind von ausgewiesenen Fachleuten geschrieben, die ihr umfangreiches Wissen weitergeben. Um Missverständnissen vorzubeugen: Eins davon reicht!

Dick, Andreas & Schulte, Dirk: Alpin-Lehrplan 1: Bergwandern – Trekking (Wissen & Praxis), Hrsg. vom Deutschen Alpenverein (DAV), Bergverlag Rother, München, 8. Auflage 2023.

Perwitzschky, Olaf: Bergwandern – Bergsteigen: Basiswissen (Wissen & Praxis), ‎ Bergverlag Rother, München, 3. Auflage 2021.

Volken, Marco et al.: Ausbildung Bergwandern / Alpinwandern – Planung / Technik / Sicherheit, SAC-Verlag, Bern, 2023.

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