Wanderung auf den Moléson, den Symbol-Berg im Kanton Freiburg
Ganz gleich woher man auch kommt, Le Moléson ist nicht zu übersehen. Er ist ein Wahrzeichen der Gruyère (Greyerzerland) und ein echter Symbolberg. Er gehört zu den vier Gipfeln, die jeder aus dem Kanton Fribourg angeblich einmal im Leben gemacht haben muss. Die anderen drei sind La Berra, Kaiseregg und Vanil Noir. Letzter ist der höchste Berg im Kanton Fribourg/Freiburg und definitiv kein leichter Wandergipfel!
Der Moléson ist mit einer Seilbahn (Funiculaire) in zwei Etappen erreichbar. Wie viele andere Seilbahnberge bietet auch der Moléson verschiedene Anstiegsmöglichkeiten, die sich zu abwechslungsreichen und interessanten Überschreitungen kombinieren lassen. Die Aussicht vom Gipfel gehört zu den schönsten am Nordrand der Schweizer Alpen. Die aktuellen Verhältnisse zeigt euch die Webcam am Moléson.
Seit einigen Jahren gibt es auch einen Klettersteig, eine Via Ferrata am Moléson. Die Ausrüstung (Klettergut, Klettersteigset, Helm) kann man bei der Moléson-Seilbahn mieten.

Le Moléson & La Gruyère
Der Moléson ist eng verbunden mit Gruyères. Wer in der Region ist, sollte dem Bilderbuch-Städtchen einen Besuch abstatten. Man kommt sich zwar vor wie in einem Freilichtmuseum und manches wirkt fast schon kitschig. Aber schön ist es trotzdem! Einen ersten Blick bietet euch die Roundshot-Webcam von Gruyères. Einen Besuch lohnt auch das nahe gelegene Bulle (Roundshot-Webcam von Bulle).
Die Roundshot-Webcam auf La Berra bietet euch einen wundervollen Blick über die Gruyère. Der Gipfel ist von allen Seiten einfach erreichbar und bietet im Winter eine sehr schöne & leichte Schneeschuhwanderung.
La Gruyère liegt im Kanton Fribourg/Freiburg, der Teil der Romandie, der französischen Schweiz ist. Ähnlich wie die Kantone Wallis und Bern ist auch Fribourg zweisprachig. Ca. ⅔ der Bevölkerung sprechen Französisch, ⅓ Deutsch. Dies ist die einfache Version. Tatsächlich gibt es weitere Sprachen und Dialekte im Kanton Fribourg wie bspw. das Patois de Fribourg. Die französisch-deutsche Sprachgrenze verläuft mitten durch den Kanton und die Stadt Fribourg/Freiburg. In der Schweiz wird diese Sprach- und Kulturgrenze als »Röstigraben« bezeichnet.

Erinnerungen, Erlebnisse und Geschichten
Bereits 1988 wollte ich mit einem Freund auf den Moléson. Aber das Wetter spielte nicht mit. Nach einigen Regentagen fuhren wir enttäuscht wieder heim. Bei meinem zweiten Besuch in 2001 klappte es dann. Meine damalige Freundin und ich hatten einen wunderschönen Tag am Moléson und wir nahmen auf der Heimfahrt noch das Bäderhorn am Jaunpass mit.
Für das Buch Traumwandergipfel in der Schweiz machten Reni und ich in 2010 die hier beschriebene Überschreitung von Albeuve über den Moléson nach Moléson-sur-Gruyères. Von dort oder von der Station der Funiculaire in Plan-Francey lässt sich der Moléson sehr gut als Rundwanderung machen. Dies ist quasi eine »Tour du Moléson«, eine Umrundung des Berges ab und bis Plan-Francey. Beim ersten und dritten Mal habe ich diese Rundtour ab Moléson-sur-Gruyères gemacht. Im Abstieg vom Gipfel einmal direkt über den Normalweg und einmal den längeren Weg über die Crête du Moléson (in älteren Karten noch Tremetta genannt). Für die Überschreitung ist eine Anreise mit ÖV sinnvoll.
Der Routenverlauf für die »Tour du Moléson«: Plan-Francey – Gros-Moléson – Tsuatsau Dessous – Le Moléson – Petit-Plané – Plan-Francey, 3¼ Std. Gesamt, T2+. Vorsicht im Frühsommer, wenn zwischen Gros-Moléson und Tsuatsau Dessous in der abschüssigen Südflanke des Moléson noch Schneefelder liegen!

In Moléson-sur-Gruyères war ich mehrfach im Urlaub, das letzte Mal dort war einer meiner schönsten Urlaube. Er begann am Samstag mit dem vielleicht größten Moment aller Zeiten, als Mijat Gacinovic im Pokalfinale in der Nachspielzeit auf das leere Bayern-Tor zulief und zum 3:1 für die Eintracht einschob. Unvergesslich! In diesen zwei Wochen im Mai war das Wetter sehr wechselhaft. Fast jeden Tag gab es Gewitter. Wir waren aber immer rechtzeitig wieder unten. Dennoch bestiegen wir insgesamt 18 Gipfel. Einige davon waren zwar nur Nebengipfel, aber immerhin. Auch am Moléson kam das Gewitter schon vor 14 Uhr – wir schafften es gerade noch in unsere Ferienwohnung. Als wir abstiegen, waren noch sehr viele »Sorglose« unterwegs – einige davon dürfte das Gewitter irgendwo am Weg erwischt haben. Dabei war der Wetterbericht doch klar & eindeutig …
Wanderung von Albeuve zum Moléson
Vom Bahnhof Albeuve, 769 m, führt der Wanderweg auf der Straße, am Steinbruch vorbei zur Chapelle de l’ Evi, 940 m. Bei P. 1094 m, links auf einen anderen Fahrweg abzweigen und an der Alphütte Les Albuives, ca. 1130 m, vorbei. Der (Zieh-) Weg wird nun steiler, eine Kehre lässt sich abkürzen. Ihr könnt aber ebenso gut auf dem Ziehweg bleiben und so nach Tsuatsau Dessous, 1344 m, gelangen. Nun nicht auf dem Fahrweg nach links weitergehen. Der Wanderweg zweigt vor der Alphütte rechts ab. Der Pfad ist im folgenden Abschnitt nur schwach ausgeprägt und erfordert Orientierungssinn und eure volle Aufmerksamkeit! Auch bei Swisstopo ist dieser Abschnitt nur gepunktet eingetragen.

In nördlicher Richtung über den Grasrücken bis zu eine Trockenmauer mit Zaun. Ab hier weiter auf einem wieder deutlichen Weg zu P. 1577 m. Nun links haltend hinauf in die Hochmulde südlich unterm Moléson, nach Tsuatsau Dessus, 1735 m. Von hier über einen steilen Rasenhang, der in einer Passage felsig ist und dort rutschig sein kann, auf den Grat, P. 1903 m, von wo sich der Blick auch auf den Abstiegsweg öffnet. Der Anstieg zum Gipfel quert unterhalb der Bergstation mit dem Restaurant Le Sommet in einen kleinen Sattel. Zuletzt über den Gratrücken zum Signal auf Le Moléson, 2002 m.

Rundsicht vom Moléson
Die Rundsicht vom Moléson ist einfach wunderschön. Sie verbindet in die Fernsicht zu den Hochalpen zwischen Titlis & Montblanc auf der einen Seite mit dem weiten Blick über das Schweizer Mittelland zu den flachen Kreten des Jura auf der anderen Seite. Im Südwesten zeigt sich der Genfersee. Sehr schön ist auch der Blick auf den Lac de la Gruyère.

Im Osten überblickt man die Zacken der Freiburger Alpen. Im Südhalbrund stehen am Horizont viele prominente Gipfel: Von den Berner Alpen (Wildhorn, Arpelistock) über die Waadtländer Alpen (Oldenhorn, Sommet des Diablerets, Grand Muveran) bis zu den Chablais Alpen (Dents du Midi, Les Cornettes de Bise). Davor die niedrigeren Voralpen, mit Gummfluh, Pic Chaussy, Dent de Corjon, Rochers de Naye und Dent de Lys.
Wanderung vom Moléson nach Moléson-sur-Gruyères
Dies ist vermutlich der meist begangene Weg am Moléson. Rechts unterhalb der Bergstation führt der Steig Richtung Plan-Francey steil hinab in die große Mulde unter dem Gipfel (Bonne Fontaine). Hier wendet er sich nördlich, um ein Felsband zu durchqueren. Während der Schneeschmelze (Mai, Juni), wenn die Felsen nass sind, ist diese Passage mit Vorsicht zu begehen. Ein paar eingehauene Tritte helfen euch dabei. Anschließend geht’s über Alpweiden hinab zu einer Wegverzweigung, P. 1615 m. Hier rechts halten und oberhalb der Alp Petit Plané vorbei in der Sattel unterhalb der Mittelstation Plan-Francey, ca. 1490 m. Wer möchte, kann kurz hinauf zur Station wandern und von dort mit der Funiculaire »absteigen«. Wer zur Fuß zur Talstation möchte, folgt stets dem Fahrweg. Zunächst bis P. 1379 m. Hier links abzweigen und gemütlich nach Moléson-sur-Gruyères, 1103 m, hinab.

Rundtour via Crête du Moléson
Wer noch Zeit und Kondition (!) hat, dem sei die Wanderung über die Crête du Moléson empfohlen: Le Moléson – Crête du Moléson – Tremetta – Le Villard – Gros Plané – Plan-Francey. Der Weg ist sehr aussichtsreich und eher leichter als der direkte Abstieg. Aber er ist einiges länger und mit Gegensteigungen, ca. 150 Hm, verbunden. 2½-3 Std. vom Gipfel bis Plan-Francey, T2. Nicht täuschen lassen, der Weg zieht sich und bei Gewittergefahr solltet ihr diesen Weg wie auch jeden anderen Grat meiden.
Ausgangspunkt
Albeuve, Teilort der Gemeinde Haut-Intyamon. Bahn ab Bulle und Montbovon (256). Auch per Pkw erreichbar, Parkplätze im Ort.
Endpunkt
Moléson-sur-Gruyères, Talstation der Bahn zum Moléson (2045), Bus nach Gruyères und Bulle (20.263). Von Gruyères Bahn nach Bulle und Albeuve/Montbovon (256). Gute Bergstraße ab Gruyères, Parkplätze bei der Talstation.
Zeiten & Höhenmeter Albeuve – Tsuatsau Dessous 2 Std.
Tsuatsau Dessous – Le Moléson 1¾ Std.
Le Moléson – Plan-Francey 1 Std.
Plan-Francey – Moléson-sur-Gruyères 45 Min.
1240 Hm
900 Hm
Anforderungen & Jahreszeit T2+, Trittsicherheit
Juni bis November, in manchen Jahren bereits ab Mai
edition mpa, Orell Füssli, La Gruyère, 1:25 000, wunderschöne Wanderkarte der Gruyère mit Wegzeiten. Basiert auf Swisstopo. Perfekt!
Swisstopo 50, 262 T Rochers de Naye, wasserfest, in Zusammenarbeit mit den Schweizer Wanderwegen.
Swisstopo 25, 25104 Le Moléson, ohne Wegeintragungen, quasi perfekt, aber nur gegen Vorbestellung (Karte wird erst dann gedruckt).
Swisstopo-App für Smartphone und Tablet.
Mehr Infos bei Swisstopo.
Anker, Daniel & Jung, Bernd, Gruyère – Diablerets: Freiburger und Waadtländer Alpen, Rother, 2. Auflage 2022. Bester deutschsprachiger Wanderführer über diese Region.
Anker, Daniel & Haas, Manuel: Alpinwandern Gipfelziele Freiburg, Le Moléson bis Kaiseregg – Vanil Noir bis Mont Vully, SAC-Verlag, Bern, 2014. Beschreibt alle wanderbaren Gipfel der Freiburger Alpen, mit interessanten Hintergrundtexten. Top!
Bahn ab Bulle und Montbovon nach Albeuve (256).
Bus von Moléson-sur-Gruyères nach Gruyères und Bulle (20.263). Bahn von Gruyères nach Bulle und Albeuve/Montbovon (256).
Die Schweiz hat das beste System des öffentlichen Verkehrs – zumindest im Alpenraum. Ich habe selbst ein Halbtax-Abo (»Schweizer Bahncard«). Das Halbtax ist nicht nur in den Zügen, sondern auch in Bussen und vielen Bergbahnen gültig. Wer mehrere Tage im Wallis unterwegs ist, sollte gut nachrechnen – das Halbtax-Abo kann sich hier sehr schnell amortisieren! Zugegeben: Die Bahntickets sind nicht gerade preiswert, Parkplätze und Parkhäuser aber auch nicht.
Infos zu Preisen und Verbindungen:
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