Schneeschuhwanderung zum Lasenberg zwischen Stockhorn & Thunersee
Das Stockhorn im Berner Oberland ist einer der markantesten Berge der Berner Voralpen. Mit einer Höhe von 2190 m ist es der höchste Gipfel der langen und vielgestaltigen Bergkette zwischen Thunersee & Schwarzsee, die den nördlichen Abschluss der Berner Alpen bildet. Die neben dem Stockhorn bekanntesten Gipfel in dieser Kette sind Gantrisch, Bürglen und Ochsen. Vor allem im Frühling geben diese Berge trotz ihrer eher geringen Höhe ein sehr schönes und alpines Bild ab.
Das Stockhorn dominiert die Region um den Thunersee. Sieht man den spitzen Zahn von Norden, mag man an eine einfache Besteigung gar nicht denken. Von Süden ist der Gipfel jedoch sehr einfach erreichbar und es führt sogar eine Seilbahn von Erlenbach im Simmental in zwei Etappen bis zum Gipfel.

Im Winter ist die Besteigung des Stockhorns in der Regel nicht möglich – außer für Hochalpinisten. Die Stockhornbahn ist auch im Winter bis zum Gipfel in Betrieb. Die Gastronomie bietet am Stockhorn-Gipfel Brunch, Vollmond-Dinner und ähnliches an.
Nicht weit entfernt vom Stockhorn gibt es aber einen anderen Gipfel, der mit Schneeschuhen und etwas Erfahrung einfach erreichbar ist. In diesem Beitrag stelle ich euch eine Schneeschuhwanderung auf den Laseberg (früher Laseberg) vor. Von hier hat man nicht nur einen wunderschönen Blick zum Stockhorn, sondern auch ein tolles Panorama der Berner Alpen. Der Tiefblick auf den Thunersee ist fast genauso schön wie vom Stockhorn, wie das Beitragsbild ganz oben zeigt.
Schneeschuhrouten zwischen Chrindi & Stockhorn
Vor vielen Jahren existierte am Laseberg ein Skilift. Ich habe ältere Karten, in denen er noch eingezeichnet ist. In 2004 wurde der Betrieb eingestellt und der Lift anschließend abgebaut. In den letzten Jahren sind Schneeschuhwanderer zu einer der wichtigsten Zielgruppen der Stockhornbahn geworden. Ab der Mittelstation Chrindi gibt es vier ausgewiesene Schneeschuhtrails.
Die Trails sind mit Wegweisern und Stangen in pink markiert, analog zu den Winterwanderwegen in der Schweiz. Falls ihr keine Schneeschuhe habt, könnt ihr welche bei der Stockhornbahn mieten.

Einer der Trails führt auf einen Gipfel, das 1952 m hohe Cheibehore, westlich der Chrindi. Es ist auf dem Bild oben zu sehen. Diese Tour wird häufig begangen. An dem Tag, als ich an der Mittelstation Chrindi aufbrach, hatten alle anderen Schneeschuhwanderer das Cheibehore zum Ziel. So war ich am Laseberg völlig allein. Ganz still war es dennoch nicht – vom Waffenplatz Thun und von der Gegend um den Gurnigel war immer wieder Schießlärm zu hören.
Es sei noch gesagt, dass ihr diese Trails in Eigenverantwortung begeht. Die Anstiege zum Chummli, zum Cheibehore und auch zum Laseberg führen durch zum Teil über 30° steile Hänge. Anfang März 2026 lagen unter dem Stockhorn einige Grundlawinen, die fast den Trail zum Chummli erreichten. Daher ist es unerlässlich, sich vorher beim SLF über die aktuelle Lawinensituation zu informieren. Im Beitrag Lawinengefahr beim Schneeschuhwandern gibt es weitere Informationen.

Selbst der Schneeschuhtrail über das Chummli ist nicht ganz einfach. Der Hang in den Sattel ist größtenteils über 30° steil, was laut SAC-Skala die Bewertung WT3 rechtfertigt. Dies gilt auch dann, wenn der Anstieg gespurt ist. Falls ihr nur den Trail ohne Gipfelbesteigung machen möchtet, empfehle ich euch, morgens zum Chummli anzusteigen, wenn der Schnee noch fest ist. Nachmittags kann es in diesem Hang ziemlich rutschig werden, auch mit Schneeschuhen …
Mit Schneeschuhen zum Laseberg
Im Gegensatz zum Cheibehore führt auf den Laseberg kein markierter & ausgeschilderter Trail. Der Anstieg ist in der Regel bereits kurz nach den ersten (Neu-) Schneefällen von einheimischen Skitourengängern (oder Schneeschuhwanderern) gespurt.
Der Laseberg ist wenig markanter Berg, knapp über 2000 m hoch. Während er nach Süden, Osten und Norden mit sehr steilen Gras- und Schrofenflanken abbricht, dacht er sich auf der Westseite sanft ab und ermöglicht von dieser Seite einen relativ einfachen Anstieg mit Schneeschuhen.
Ich war Anfang März oben, gut eine Woche nach dem Ende der ergiebigen Schneefälle im Februar 2026. Morgens waren die Schneeverhältnisse top, der Schnee war fest und griffig, es ließ sich wunderbar steigen. Nachmittags machte es nur wenig Spaß, es hatte viele Luftlöcher im Schnee, weil sich dieser noch nicht richtig gesetzt hatte.

Insgesamt lag bis dahin weniger Schnee als im langjährigen Mittel. Der Neuschnee im Februar konnte das aber nicht mehr kompensieren, denn schon bald sorgten einige warme Tage dafür, dass es dem Schnee wieder an der Kragen ging. Auf manchen Bildern sieht man die zum Teil bereits aperen Verhältnisse, selbst am Gipfel des Laseberg auf über 2000 m. Und das Anfang März! Die Südhänge waren in diesen Tagen bis auf 1500 m wieder fast komplett schneefrei, steilere Flanken (Hardergrat bei Interlaken) sogar bis über 1700 m und höher. Ob es noch genügend Schnee hat und wie das aktuelle Wetter ist, zeigt euch die Webcam am Stockhorn.
Die Tour ist perfekt für eine Anreise mit dem ÖV. Ich hatte in dieser Woche ein Appartement in Einigen zwischen Spiez und Thun und war jeden Tag mit dem ÖV auf Tour. Perfekt. In dieser Hinsicht ist das Berner Oberland sogar in der Schweiz eine Klasse für sich! Nebenbei: Eine Fahrt mit der Stockhornbahn ist allein schon wegen der Seilbahnmitarbeiter ein Erlebnis: Stets gut gelaunt sorgen sie während der Fahrt für beste Stimmung – egal wie eng es in der Gondel ist.
Schneeschuhtour von der Chrindi zum Laseberg
Von der Chrindi, 1636 m, auf breitem Fahrweg kurz hinab zum Hinterstockensee (bei Swisstopo Hinderstockesee) und der fast schon legendären Iglu-Bar, ca. 1600 m. Direkt danach zweigt der Schneeschuhtrail Richtung Chummli/Oberbärgli rechts ab. Er führt in das Tälchen, das Richtung Chummli ansteigt. Nach etwa 20 Min. trifft man wieder auf einen Wegweiser. Achtung: Zumindest bei meinem Anstieg war der Wegweiser etwas missverständlich – er zeigte nach rechts oben, so wie es auch auf der Homepage der Stockhornbahn angegeben ist. Bei meiner Besteigung waren hier keine Spuren zu erkennen. Ich stieg also weiter im Talgrund Richtung Chummli an. So lange, bis eine gut erkennbare Spur rechts haltend abzweigte und problemlos durch schütteren Wald zu den Hütten von Oberbärgli, 1795 m, führte. Von hier noch ein kurzes Stück weiter auf dem Schneeschuhtrail, bis dieser nach links abbiegt. Bis hierher alternativ auch auf dem Trail via Chummli und von dort unter dem Solhore hindurch, zuletzt etwas absteigend.

Es folgt ein etwas steilerer Hang, in dem ihr euch an den meist vorhandenen Spuren (Ski & Schneeschuhe) orientieren könnt. Der ungefähre Verlauf ist auf dem Bild eingezeichnet. Dieser kann jedes Jahr variieren. Der Hang wirkt aus dieser Perspektive zu flach. Die Spuren holen etwas nach Süden aus und ersteigen den kurzen Hang in einem Rechtsbogen. Schon bald legt sich das Gelände wieder zurück und ihr erreicht die Mulde zwischen Solhore und Laseberg. Von hier schöner Blick über den Sattel hinaus ins Flachland zwischen Thunersee, Jura und Berner Mittelland. Ein letzter Hang leitet dann auf das weite Gipfeldach und zum Wegweiser auf dem Laseberg, 2019 m. Vorsicht: nicht zu weit auf der Ostseite hinabsteigen!
Rundsicht vom Laseberg
Die Aussicht vom Laseberg ist wunderschön, wenn auch nicht ganz so weitreichend wie vom Stockhorn. Die Nüschlete schiebt sich mit ihren steilen Flanken vor den Thunersee. Dahinter reihen sich die Bergketten der Berner Alpen und Voralpen. Aus der Ferne grüßen Pilatus, Fürstein, Uri Rotstock und Titlis.

Wetterhorn, Schreckhorn, Eiger, Mönch, Jungfrau, Blüemlisalp … viele berühmte Giganten.

Im Süden geht der Blick über die Bergwelt des Diemtigtals zu den darüber aufragenden Gipfel zwischen Balmhorn, Wildstrubel und Wildhorn. Im Südwesten stehen am Horizont die Zacken der Waadtländer & Freiburger Voralpen mit der Gummfluh, den Vanils und den Gastlosen.

Weiter rechts bildet das steile Stockhorn der Blickfang. Im Nordwesten sieht man hinter der Region Bern den Schweizer Jura, aus dem besonders die ausladende Kuppe des Chasseral auffällt. Im Norden geht der Blick weit über das Schweizer Mittelland. Achtung: Auf keinen Fall die eindrucksvollen Wechten auf der Nordseite betreten!
Abstiegsvariante über Abstiegsvariante über den Chummli-Trail
Im Abstieg bietet es sich an, noch die Rundtour über das Chummli anzuhängen. Dazu oberhalb von Oberbärgli rechts haltend den Schneeschuhtrail nehmen, der in die steile Südflanke unter dem Solhore quert. Aussichtsreich führt der Trail auf dem Sommerweg hinüber ins Chummli, 1852 m, einen aussichtsreichen Sattel zwischen Solhore und Stockhorn. Der Blick geht von hier in Richtung Norden weit hinaus ins Flachland und zum Chasseral im Berner Jura.

Der Abstieg vom Chummli ist über 30° steil und kann bei schlechten Verhältnissen durchaus fordernd sein. Der steile Hang apert jedoch oft schon bald einmal aus und man muss über Gras absteigen … Der Trail folgt dem Sommerweg hinab in die Mulde und von dort hinab zur Chrindi.
Ausgangs- und Endpunkt
Erlenbach im Simmental, Bahn von Spiez nach Zweisimmen (320), Stockhornbahn nach Chrindi (2370). Mit dem Pkw ab Spiez, Parkplätze bei der Talstation der Stockhornbahn (gebührenpflichtig).
Zeiten & Höhenmeter Chrindi – Laseberg 1¼ Std.
Laseberg – Chummli 30 Min.
Chummli – Chrindi 30 Min.
430 Hm, inkl. kurzer Gegensteigungen
Anforderungen & Jahreszeit WT3, eine Passage oberhalb der Alp Oberbärgli über 30°
Januar bis März
Swisstopo 50, 253 S Gantrisch, wasserfest, in Zusammenarbeit mit dem SAC und Swiss-Ski.
Swisstopo-App für Smartphone und Tablet.
Infos und Blattschnitte bei Swisstopo.
Ackermann, Ewald & Wandfluh, Albrecht: Schneeschuhtouren Westschweiz – Waadt/Freiburg/Bern West, SAC-Verlag, Bern, 3. Auflage 2013. Mit vielen lohnenden Schneeschuhtouren zwischen Genfersee & Thunersee.
Diverse Möglichkeiten auf der Chrindi und im Stockhorn Iglu am Hinterstockensee.
Erlenbach im Simmental liegt an der Bahnlinie von Spiez nach Zweisimmen (320). Der Bahnhof liegt etwas unterhalb des Dorfes, ca. 10-15 Min. vom Bahnhof zur Talstation der Stockhornbahn (2370).
Die Schweiz hat das beste System des öffentlichen Verkehrs – zumindest im Alpenraum. Ich habe selbst ein Halbtax-Abo (»Schweizer Bahncard«). Das Halbtax ist nicht nur in den Zügen, sondern auch in Bussen und vielen Bergbahnen gültig. Die Bahntickets sind nicht gerade preiswert, Parkplätze und Parkhäuser aber auch nicht.
Infos zu Preisen und Verbindungen:
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