Wege & Steige auf die höchsten Wanderberge der Schweiz
Dieser Beitrag charakterisiert die 20 höchsten Schweizer Wandergipfel. Insgesamt 13 davon sind in meinem Tourenführer Leichte 3000er in der Schweiz beschrieben.
Viele dieser Berge sind Trabanten höherer Gipfel oder maximal die Oberhäupter einer Untergruppe. Mit zwei Ausnahmen: Muttler (Samnaungruppe) und Haute Cime (Chablais Alpen) sind die höchsten Gipfel ihrer Gebirgsgruppen.
Der einzig wirklich einfach und schnell erreichbare Gipfel in dieser Liste ist das Oberrothorn bei Zermatt. Aber Vorsicht: Die Höhe von über 3400 m kann Untrainierten zu schaffen machen! Die anderen Gipfel erfordern zumindest alpine Erfahrung und meist eine solide bis ausgezeichnete Kondition.
Vor allem Einsteigern und Neulingen würde ich unbedingt die folgenden Beiträge von Montolando ans Herz legen:
– Schwierigkeitsbewertung beim Bergwandern
– Einen 3000er besteigen für Anfänger
– Leichte 3000er in den Alpen
– Leichte 3000er in der Schweiz
– Bergwandern in der Schweiz
Das Symbol bedeutet, dass ich den Gipfel (mehrfach) bestiegen habe. Nebengipfel, die nicht unbedingt ein selbständiges Ziel darstellen, wie Inners Barrhorn oder Platthorn, sind gemeinsam mit den Hauptgipfeln besprochen.
Die 20 höchsten Wandergipfel der Schweiz im Kurzporträt
Unter den Top 10 der höchsten Schweizer Wanderberge befinden sich fast ausschließlich Gipfel aus den Walliser Alpen. Einzige Ausnahme ist der Piz Güglia (Piz Julier) im Oberengadin bei St. Moritz.
1 Gross Bigerhorn, 3626 m
Ich war auf unzähligen Wandergipfeln in der Schweiz und habe knapp einhundert 3000er in der Schweiz bestiegen. Was aber in meiner Sammlung fehlt: der höchste Schweizer Wandergipfel.
Bis vor einiger Zeit galt das Üssers Barrhorn als der höchste Wandergipfel der Schweiz. Das ist nun Geschichte, seit der Anstieg zum Gross Bigerhorn markiert wurde. Das Gross Bigerhorn hat als aktuelle Nummer eins in der Schweiz nur gerade mal 16 m drauf gepackt. Als Vorgipfel des mächtigen Balfrin ist es zwar weniger bedeutend als das Barrhorn. Aber eben ein paar Meter höher. Was das Gross Bigerhorn aber definitiv nicht ist – der höchste Wanderberg der Alpen.

2 Üssers Barrhorn, 3610 m
(mit Inners Barrhorn, 3583 m
)
Lange Zeit wurde das Äußere Barrhorn nicht nur als höchster Wanderberg der Schweiz vermarktet, sondern alpenweit. Letzteres traf noch nie zu, denn der Monte Vioz im Trentino bringt es auf 3645 m. Nach dem Gletscherrückgang der heutigen Zeit dürfte aktuell die Aiguille de la Grande Sassière (Frankreich/Italien) in den Grajischen Alpen mit 3751 m der höchste Wanderberg in den Alpen sein. Die Besteigung des Äußeren Barrhorns ist aber auch ohne Superlativ eine sehr schöne Bergtour und mit Trittsicherheit und etwas alpiner Erfahrung gut zu machen.
Der kleine Bruder, das Innere Barrhorn, wäre in der Schweiz immerhin die Nummer drei der Wandergipfel. Der Berg gilt jedoch nicht als selbständiges Ziel. Manche Wanderer beachten den Gipfel gar nicht und lassen ihn links liegen. Der kurze Abstecher lohnt sich jedoch allein schon wegen des Rückblicks zum Äußeren Barrhorn.
Die Infos zur Wanderung auf die Barrhörner gibt’s im Beitrag Üssers Barrhorn – Höchster Wandergipfel der Schweiz?.

3 Stockhorn, 3532 m
(mit Hohtälligrat, 3273 m 
)
Als ich in 2002 am Stockhorn war, gab es nur Wegspuren bis zum Gletscherrand und zuletzt eine einfache, flache und spaltenlose Traverse über den Gletscher zum Gipfel. Mittlerweile ist der Anstieg blau-weiß markiert, der Gletscher wird nicht mehr betreten. Dennoch ist der Anstieg zum Stockhorn nichts für Anfänger! Zwischen der Bahnstation Rote Nase und dem Gipfel führt der Steig vielfach durch abschüssiges und brüchiges Gelände, T4. Hier sind Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit Voraussetzung.
Bereits die höchste Erhebung im Hohtälligrat wäre ein einfacher und kurzer Wanderausflug vom Gornergrat. Als Einzelgipfel läge auch er in den Top 20! Die Aussicht reicht von hier oben um bereits um einiges weiter als vom Gornergrat, man wähnt sich noch »näher dran« am Monte Rosa. Die technischen Anlagen rund um den Gipfel sind natürlich keine Zier. Wer aber mal ohne viel Aufwand und Risiko einen hohen Gipfel ausprobieren möchte, liegt hier richtig.

4 Tête Blanche de By, 3417 m
Ein Berg, über den ich fast gar nichts sagen kann. Der Anstieg führt komplett von der italienischen Seite zum Gipfel. Schweizer Boden betritt man erst am Gipfel. In den Karten von Swisstopo ist eine deutliche Wegspur zum Gipfel eingezeichnet. Der SAC-Führer bewertet den Anstieg mit T4. Die Rundsicht dürfte ähnlich wie vom nahen Monat Avril sein. Der Blick ins Aostatal ist von hier jedoch freier und man ist noch näher am Combin-Massiv dran.
Ich kann euch hier noch nicht einmal ein Bild präsentieren – sorry …
5 Oberrothorn, 3414 m 

Das Oberrothorn ist definitiv der einfachste hohe 3000er in der Schweiz. Dies gilt sowohl für die technischen als auch für die konditionellen Anforderungen. Mit der nötigen Trittsicherheit ist der Weg zum Gipfel eine einfache und eher gemütliche Tour. Probleme wären allenfalls bei Regen, Schnee oder Eis zu erwarten. Trotz des guten Weges bis zum Gipfel und der nahen Zivilisation darf nicht übersehen werden, dass man sich hier bereits deutlich über 3000 m bewegt. Leichtsinn ist jedenfalls fehl am Platz und eine entsprechende Ausrüstung (warme Kleidung) auch im Sommer angebracht!
Die Infos zur Wanderung auf das Oberrothorn gibt’s im Beitrag Oberrothorn – Leichter 3000er bei Zermatt.

6 Mettelhorn, 3405 m
(mit Platthorn, 3345 m
)
Nur knapp niedriger als das berühmte Oberrothorn auf der anderen Seite des Mattertals, ist das Mettelhorn kein Berg, den man schnell mal im Vorbeigehen mitnehmen kann. Von Zermatt sind 1800 Hm zu bewältigen. Das Berggasthaus Trift erlaubt eine Verteilung der Tour auf zwei Tage. Eine gute Kondition ist dennoch Voraussetzung. Wer schon einmal 1800 Hm abgestiegen ist, wird dies gerne bestätigen.
Wer einen vereisten Gletscher ohne Steigeisen (Grödel) antrifft oder die bei guten Verhältnissen einfache Gletscherquerung scheut, findet im benachbarten Platthorn ein fast gleichwertiges Ziel. So erging es mir beim ersten Versuch: Der Hohlichtgletscher war Mitte August völlig blank, ohne Steigeisen keine Chance. Die Enttäuschung währte nur kurz, denn das Platthorn war ein vollwertiger Ersatz. Würde man das Platthorn als eigenständiges Ziel definieren, reichte es immerhin für Platz elf.
Beim zweiten Mal hatte ich dann Ende Juli einen wunderbaren Tag am Mettelhorn mit einer problemlosen Gletscherquerung.

7 Piz Güglia (Piz Julier), 3380 m 
Höchster Schweizer Wanderberg außerhalb des Wallis. Der Anstieg liegt bereits an der obersten Grenze für das, was man noch als »wandern« bezeichnen darf. Er ist mit T4+ einzustufen, also »Alpinwandern«, wie der SAC die Stufe bis Juni 2023 bezeichnete. Er ist einiges anspruchsvoller als die beiden Barrhörner oder die meisten anderen Gipfel in dieser Aufstellung! Bergerfahrung, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind an diesem schönen Berg zwingende Voraussetzungen.

8 Blinnenhorn, 3374 m
Ähnlich wie bei der Tête Blanche de By, führt auch auf das Blinnenhorn der leichteste Anstieg ausschließlich von der italienischen Südseite zum Gipfel. Im Schlussabschnitt sind Gletscherreste und Schneefelder zu queren, T3+. Der Berg ist also kein Ziel für Anfänger & Einsteiger. Wie so viele andere Berge, steht auch das Blinnenhorn seit langer Zeit auf meiner Wunschliste.
Ausgangspunkt für die Besteigung ist das Rifugio Claudio e Bruno, das am schnellsten aus der Val Formazza in Italien erreichbar ist. Auch ein Zugang von der Schweizer Seite ist möglich, aber etwas umständlich: vom Nufenenpass via Griespass und Rifugio Città di Busto. Ein direkter Anstieg wäre hingegen nur über den spaltenreichen Griesgletscher und mit der entsprechenden Ausrüstung möglich.

9 Mont de l’Etoile, 3369 m
Der Mont de l’Etoile ist einer der wenigen leichten 3000er im Wallis, die ich bislang noch nicht bestiegen habe. Er liegt ein wenig versteckt im Val d’Arolla.
Der Gipfel ist als lange Tagestour oder mit Hüttenübernachtung möglich. Entweder von Arolla über die Cabane des Aiguilles Rouges oder etwas weiter unterhalb von Satarma (direkter, aber mehr Höhenmeter) und auf Wegspuren über den Südwestkamm zum Gipfel. Das Bild zeigt den Mont de l’Etoile aus der entgegengesetzten Richtung.

10 Mont Avril, 3345 m 
Ein sehr abgelegener Berg! Als Tagestour ist der Mont Avril von der Schweizer Seite, ab Mauvoisin, praktisch kaum zu machen. Der Weg entlang des Lac de Mauvoisin ist sehr lang und hat ziemlich lästige Gegensteigungen im Programm. Wer kann, macht die Tour als Bike & Hike. Alternativ von der italienischen Seite, ab Glacier. Dieser Anstieg ist zwar nicht so weitläufig wie von Mauvoisin, aber auch von hier müssen knapp 1800 Hm bewältigt werden!
Wir stiegen seinerzeit vom Lac de Mauvoisin über den Col Tsofeiret zur Cabane de Chanrion und am nächsten Tag zum Gipfel. Der Mont Avril ist ein sehr lohnender Berg. Die Szenerie am Gipfel und das alpine Ambiente mit grandiosem Blick zum Grand Combin sind unvergleichlich. Die Anforderungen liegen bei T3 und es ist mit Schneefeldern zu rechnen. In jedem Fall ist an diesem Berg eine gute Kondition neben Trittsicherheit die wichtigste Voraussetzung.

Zwischen Platz 11 und 20 sind die Walliser Alpen »nur« noch dreimal dabei, die Bündner Alpen stellen vier Gipfel, die Berner Alpen zwei, die Chablais Alpen einen. Klar ist in jedem Fall: In der Schweiz gibt es keinen hohen Wandergipfel, der nicht mindestens zur Hälfte im Wallis oder in Graubünden liegt.
11 Tschima da Flix, 3315 m
(mit Piz d’Agnel, 3204 m
)
Eine meiner schönsten Zweitagestouren ever! An einem klaren Tag Ende September war von der Tschima da Flix die gesamte Bündner Bergwelt zu sehen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir dabei der Blick zum Monte Legnone am Comer See.
Früher galt das westliche Eck, P. 3301 als Tschima da Flix. Dies scheint logisch, denn von der Alp Flix ist nur dieser Punkt zu sehen. Auf neuen Karten wird mittlerweile P. 3315 als Tschima da Flix bezeichnet. Dorthin gibt es laut Swisstopo auch eine Wegspur, die bei meinem Besuch vor knapp 25 Jahren noch nicht existierte. Beide Gipfel sieht man auf dem Bild links und in der Mitte, rechts der Piz Picuogl.
Den Piz d’Agnel musste ich an diesem Tag natürlich noch »mitnehmen«. Wer von hier oben die orange-rote Südseite der Tschima da Flix in der Spätsommersonne leuchten gesehen hat, der wird dieses großartige Bild nie mehr vergessen!

12 Pfulwe, 3314 m 
Ein etwas unterschätztes Ziel mit tollem Ambiente! Der unscheinbare Berg ist der Abschluss des langen Grates, der vom Rimpfischhorn westwärts zieht und jenseits des gleichnamigen Sattels Pfulwe, 3155 m, Fluehorn und Oberrothorn aufwirft. Die Besteigung ist einfach. Bis in den Sattel ist der Weg blau-weiß markiert. Obwohl bei Swisstopo nichts eingezeichnet, finden sich Wegspuren, die von dort rasch und bei guten Verhältnissen problemlos zum Gipfel führen, T2+. Auf der anderen Seite bricht die bescheidene Erhebung senkrecht zum Findelgletscher ab.
Die großartige Szenerie auf dem geräumigen Gipfelplateau lohnt einen Besuch in jedem Fall: Mischabel, Monte Rosa, Matterhorn … Da es hier längst nicht so schnell zum Gipfelerfolg geht, wie am Oberrothorn, ist es auch um einiges ruhiger. Die Chancen, Steinböcke anzutreffen, stehen auch nicht schlecht.

13 Muttler, 3295 m 
Der Muttler kann eine Besonderheit für sich verbuchen: Er ist neben der Haute Cime der einzige Gipfel in dieser Reihe, der höchster Gipfel einer Gebirgsgruppe und gleichzeitig ein leichter 3000er ist. Abgesehen vom Stammerspitz überragt er seine Kollegen in der Samnaungruppe sehr deutlich. Im Unterengadin gibt es nur vier höhere Berge: Piz Linard, Fluchthorn, Piz Buin und Verstanklahorn, wobei die beiden Letztgenannten den Muttler nur um wenige Meter überragen.
Zwar ist das Ambiente am Gipfel längst nicht so hochalpin wie auf den Bergen im Wallis, dafür sucht die Fernsicht vom Muttler ihresgleichen. Die Infos zur Wanderung auf den Muttler gibt’s im Beitrag Muttler – Leichter 3000er zwischen Samnaun & Engadin.

14 Hockenhorn, 3293 m 
Die Berner Alpen sind nicht unbedingt dafür bekannt, viele leichte 3000er in ihren Reihen zu haben. Der höchste Wandergipfel der Berner Alpen ist das Hockenhorn über dem Lötschenpass, auf dem Grenzkamm der Kantone Bern und Wallis.
Hier braucht es Erfahrung und eine solide Kondition, auch wenn ab der Bergstation Lauchernalp längst nicht so viele Höhenmeter zu bewältigen sind, wie aus dem Gasterntal im Berner Oberland. Der Anstieg zum Hockenhorn verlangt Trittsicherheit, Orientierungssinn und Erfahrung im weglosen Blockgelände, T4.
Die Rundsicht vom Gipfel ist gewaltig. Empfehlenswert ist eine Überschreitung von Kandersteg ins Lötschental oder umgekehrt. Dabei wird der Lötschengletscher gequert, der in diesem Bereich harmlos und mit Stangen gut markiert ist.

15 Piz Languard, 3262 m 

Es gibt nur wenige Alpengipfel in dieser Höhe, die so einfach zu erreichen sind wie der Piz Languard. Dabei mag man daran gar nicht denken, wenn man den schlanken Berg von St. Moritz oder vom Munt Pers betrachtet. Noch eindrucksvoller präsentiert sich der Piz Languard von Osten und Norden.
Der Anstieg ist für trittsichere Wanderinnen & Wanderer bei guten Verhältnissen ohne Probleme zu machen, T3. Nur bei Schnee und Eis könnte man in Schwierigkeiten kommen. Die Rundsicht zählt zu den schönsten weit und breit. Die Bernina ist im Südhalbrund wie ein künstliches Panorama aufgestellt und die Fernsicht reicht bis zum Tödi und zum Ortler.

16 Haute Cime, 3257 m
Wer wollte nicht mal auf der höchsten Spitze der Dents du Midi stehen? Bis heute habe ich es nicht geschafft, auf die Haute Cime zu steigen. Aber man braucht ja noch Ziele …
Ganz einfach ist der Anstieg wohl nicht, der SAC-Führer bewertet ihn mit T5. Ganz gleich von wo man kommt, die Haute Cime verlangt sowohl ab Champéry über die Cabane de Susanfe (2200 Hm) als auch von Osten von Van d’en Haut über Salanfe (1850 Hm) eine ausgezeichnete Kondition.

17 Sasseneire, 3254 m 
Der Name bedeutet »Schwarzer Stein« – es ist der dunkle Schiefer, dem der Berg seinen Namen verdankt. Die Sasseneire ist kein ganz leichter Gipfel und macht gerade von Süden einen etwas düsteren Eindruck. Bis zum Col de Torrent handelt es sich um eine leichte Bergwanderung auf einem gutem Wanderweg. Danach wird es bedeutend anspruchsvoller. Der Anstieg führt durch brüchiges Schiefergelände zum Gipfel und hat auch ein paar ausgesetzte Stellen im Programm, T4. Die Rundsicht über die Berner und Walliser Alpen und zum Mont Blanc ist sensationell. Mindestens.

18 Mattwaldhorn, 3249 m 
Auch das Mattwaldhorn ist nun schon eine Zeit lang her. Seinerzeit stieg ich von Saas Balen mit fast 1800 Hm zum Gipfel. Es war trüb, Fernsicht gab es gar keine. Dafür war ich ganz allein oben. Auch wer von Gspon aus via Simelihorn zum Mattwaldhorn steigt, sollte wissen: Die Wege zum Gipfel sind weit und ja, zum Teil auch sehr mühsam. Echte technische Schwierigkeiten gibt es keine, T3+. Wichtigste Voraussetzungen sind ein guter Orientierungssinn, Erfahrung im weglosen (Block-) Gelände und eine einwandfreie Kondition.
Auch am benachbarten Simelihorn haben wir niemanden getroffen. Wir stiegen von Gspon auf dem Gsponer Höhenweg und später über den breiten Südwesthang, zum Teil entlang aufgelassener Suonen, weglos zum Gipfel. Der Abstieg nach Saas Balen war sehr lang, wir hatten nach dieser Tour mehr als genug …

19 Piz Ot, 3247 m 
Wie der Piz Languard zählt der Piz Ot zu den formschönsten leichten 3000ern. Der Berg zierte einst das Cover des SAC-Führers Bündner Alpen Band 6 Septimer bis Flüela. Von der Fuorcla Crap Alv zeigt sich der Piz Ot als perfekte gleichschenklige Pyramide. Es ist schon sehr lange her, dass ich auf diesem Gipfel war. Seit vielen Jahren möchte ich mal wieder hinauf, allein schon um digitale Bilder von der Tour zu haben.
Dass sich der Piz Ot auf einem markierten Steig relativ einfach besteigen lässt, kann man sich kaum vorstellen. Relativ einfach bedeutet: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind auch auf dem Normalanstieg von der Südseite absolute Voraussetzung. Der Anstieg ist blau-weiß markiert und abschnittsweise gesichert, T4.

20 Wildstrubel Westgipfel, 3244 m (Lenker Strubel) 


Am Wildstrubel war ich drei Mal, auf drei verschiedenen Routen und jedes Mal bei Traumwetter. Drei unvergessliche Tage. Das erste Mal mit Bergführer von der Lämmerenhütte über den Wildstrubelgletscher zum Mittelgipfel und von dort zum Westgipfel, dem Lenker Strubel. Beim zweiten Mal von der Wildstrubelhütte allein über den Glacier de la Plaine Morte.
Erst beim dritten Mal machte ich den langen Weg vom Gasthaus Simmenfälle via Rezlibergli und Flueseeli. Nur dieser Anstieg ist eine Bergwanderung ohne Gletscher. Die Tour stellt allerdings einige Ansprüche, vor allem konditionell. Vom Gasthaus Simmenfälle bei Lenk sind es 2140 Hm! Eine Übernachtung im Berggasthaus Retzlibergli bringt kaum etwas, die kleine Flueseehütte wiederum bietet nur wenig Schlafplätze und ist unbewirtschaftet. Die anspruchsvollsten Passagen finden sich eher im unteren Anschnitt: Der Weg von den Simmenfällen zum Flueseeli führt durch sehr steile Passagen und ist mitunter ausgesetzt. Im obersten Abschnitt sind hingegen eher ein guter Orientierungssinn und Stehvermögen gefragt, T4.
Die Anstiege auf die beiden anderen Wildstrubel-Gipfel (Mittelgipfel und Großstrubel) führen meist über Gletscher und verlangen Erfahrung und eine entsprechende Ausrüstung.

Wer von euch möglichst viele der hohen Schweizer Wandergipfel machen möchte, wird einen Urlaub im Wallis planen. Und im nächsten Jahr dann in Graubünden. Die fünf Bündner Gipfel aus dieser Liste liegen alle im Einzugsbereich des Engadins. Hier hat es noch viele weitere leichte 3000er wie Munt Pers, Schwarzhorn oder Piz Lischana.
Hinweis: In der Schweiz gibt es kein »ß«. Statt dessen wird ein doppeltes »s« geschrieben. In Texten und Begriffen aus der Schweiz übernehme ich das.
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Die Schweiz hat das beste System des öffentlichen Verkehrs – zumindest im Alpenraum. Ich habe selbst ein Halbtax-Abo (»Schweizer Bahncard«). Das Halbtax ist nicht nur in den Zügen, sondern auch in Bussen und vielen Bergbahnen gültig. Die Bahntickets sind nicht gerade preiswert, Parkplätze und Parkhäuser aber auch nicht.
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